Public Workout: Klitschko lässt die Muskeln spielen

23. April 2015 - 18:17 Uhr

Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko hat drei Tage vor seinem WM-Kampf gegen den Amerikaner Bryant Jennings und auf den Tag genau neun Jahre nach seinem IBF- und IBO-Titelgewinn gegen Chris Byrd beim öffentlichen Training eindrucksvoll die Muskeln spielen lassen.

Wladimir Klitschko, Jonathan Banks
Voll fokussiert: Wladimir Klitschko beim Public Workout mit Jonathan Banks.
© dpa, Justin Lane

Vor den Augen der rund 100 internationalen Medienvertreter und des Ex-Champions Evander Holyfield absolvierte der 39-Jährige ein gut halbstündiges, schweißtreibendes Workout-Programm und demonstrierte in vier Runden Pratzenarbeit mit seinem Trainer Jonathon Banks perfekte Beinarbeit und harte Kombinationen. "Bleib sitzen und schau Dir an, wie ein richtiges Workout aussieht", hatte er zu Beginn der Übungseinheit seinem Kontrahenten Bryant Jennings zugerufen, der zuvor nur knapp zehn Minuten im Ring gestanden hatte, ohne sich jedoch in die Karten schauen zu lassen.

Immerhin konnte man sich bei Jennings Kurzauftritt ein Bild von dessen überragender Reichweite von 213 cm bei einer Größe von ""nur" 188 cm machen (Wladimir Klitschko: 206 cm bei einer Größe von 198 cm). Ein paar Minuten Schattenboxen ließen zudem erahnen, dass auch er gut vorbereitet ist. Jennings wirkte überaus athletisch, durchtrainiert und schnell auf den Beinen. "Bei meiner Reichweite kommt es darauf, dass ich den maximalen Vorteil daraus ziehen kann", sagte Jennings anschließend im RTL-Interview. "Dazu muss es mir gelingen, die optimale Distanz zu Wladimir aufzubauen." Jennings weiter: "Ich will nach Joe Frazier und Tim Witherspoon der dritte Weltmeister aus Philadelphia werden. Diese Mission werde ich erfüllen. Es wird ein harter Kampf zwischen mir und Wladimir, bei dem einer von uns k.o. gehen wird. Und ich werde das ganz sicher nicht sein."

Das öffentliche Training fand im Terminal 23 statt, einer stuckverzierten Halle nur einen Steinwurf vom Madison Square Garden entfernt. Die amerikanische Sport-Ikone Michael Jordan hatte sie vor Jahren zum Basketballfeld umbauen lassen, heute trainiert dort exklusiv auch Carmelo Anthony von den New York Knicks.

Holyfield: "Wladimir ist ein großer Boxer"

Bryant Jennings, New York
Bryant Jennings wirkte überaus athletisch, durchtrainiert und schnell auf den Beinen.
© dpa, Justin Lane

Prominenter Besucher am Ring war der mittlerweile 52-jährige Evander Holyfield, der in seiner Profikarriere Cruiser- und mehrfacher Schwergewichts-Weltmeister war. An den Kampf am Samstag im Mekka des Boxsports knüpfe er hohe Erwartungen, besonders an Weltmeister Klitschko, verriet er RTL: "Wladimir ist ein großer Boxer. Und im Boxsport geht es nun mal darum, sein Herz in die Hand zu nehmen und alles zu geben. Hier in Amerika erwarten genau das die Zuschauer am Samstag von Wladimir Klitschko. Sie wollen von ihm überzeugt und mitgerissen werden."

Ein aufmerksamer Beobachter des Trainings war auch der deutsche American-Football-Spieler Markus Kuhn von den New York Giants. Anschließend zeigte sich der Hüne durchaus beeindruckt: "Es war immer mein Traum, Wladimir Klitschko zu sehen, obwohl er hier in Amerika ja als eher langweiliger und unspektakulärer Boxer gilt. Am Samstag will ich in der Halle einen K.o.-Sieg von Wladimir Klitschko sehen, aber bitte nicht zu früh."

Unabhängig vom Kampfausgang wird sich Wladimir Klitschko am Samstag übrigens mit einem neuen Weltrekord in die Geschichtsbücher einschreiben: Der Kampf gegen Bryant Jennings ist der insgesamt 27. WM-Kampf von Wladimir Klitschko - auf so viele Titelkämpfe im Schwergewicht kam kein Boxer vor ihm (Joe Louis und Larry Holmes hatten jeweils 26 WM-Kämpfe).