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Psychologen sorgen sich um Corona-Folgen für Kinder

Sabine Maur, Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz. Foto: Privat/LPK Rheinland-Pfalz/dpa/Archivbild
Sabine Maur, Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz. Foto: Privat/LPK Rheinland-Pfalz/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

08. April 2021 - 5:39 Uhr

Mainz (dpa/lrs) - Psychotherapeuten befürchten gravierende Folgen von Corona-Infektionenen für Kinder und Jugendliche. "Wir haben die Sorge, dass die Long-Covid-Fälle deutlich zunehmen", sagte die Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz, Sabine Maur, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Dafür gebe es Anzeichen aus Großbritannien, wo der derzeit vorherrschende Virus-Typ B.1.1.7 zuerst aufgetreten war.

Zu den Spätfolgen einer Erkrankung mit Covid-19 gehörten neuropsychologische Ausfälle und psychische Auswirkungen, sagte Maur. Es sei unklar, wie diese versorgt werden könnten. Die Wartezeiten für einen Psychotherapie-Platz für Kinder und Jugendliche seien während der Corona-Pandemie bereits deutlich gestiegen, die Zahl der Anfragen habe um rund 60 Prozent zugenommen.

In der Fachsprache ist bei den Spätfolgen von Long Covid (Langes Covid-19) oder Post Covid (Nach Covid-19) die Rede. Seit Wochen steigen die nachgewiesenen Corona-Fälle bei Kindern und Jugendlichen nach Daten des Robert-Koch-Instituts, Impfungen sind für sie noch nicht zugelassen. Dazu komme "die große Sorge, dass Kinder und Jugendliche das Virus aus der Schule in die Familien tragen" und dies zu mehr Todesfällen der Elterngeneration führe, sagte Maur. "Der Tod eines Elternteils ist das Belastendste, was einem Kind passieren kann", mahnte die Psychologin.

In den USA sei die Zahl der verwaisten Kinder und Jugendlichen infolge von Covid-19 bereits gestiegen. Maur plädiert angesichts der hohen Zahlen von Corona-Neuinfektionen nach den Osterferien für "hochwertigen Online-Unterricht" und eine Notbetreuung in Schulen.

© dpa-infocom, dpa:210408-99-121796/2

Quelle: DPA

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