Schüler und Eltern fassungslos

Prügel-Prozess gegen Schulleiter soll eingestellt werden

Schulleiter Daniel B. beim Prozessauftakt am Amtsgericht Cottbus Anfang Februar
Schulleiter Daniel B. beim Prozessauftakt am Amtsgericht Cottbus Anfang Februar
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17. Februar 2020 - 15:14 Uhr

Eltern: "Prügel-Freibrief für alle Lehrer"

Gegen Schulleiter Daniel B. (45) aus Forst in der Lausitz war Anfang Februar der Prozess wegen zwanzigfacher Körperverletzung eröffnet worden. Er soll seine minderjährigen Schüler geschlagen und getreten haben, teilweise auch ins Gesicht. Nun will das Amtsgericht Cottbus das Verfahren jedoch wegen "geringer Schuld" und gegen Zahlung eines vierstelligen Geldbetrages einstellen, wie die "B.Z." berichtet. Schüler und Eltern laufen dem Bericht zufolge Sturm gegen die Entscheidung.

Schüler verwickeln sich bei Aussage in Widersprüche

Daniel B. Prozess
Schulleiter Daniel B. (45) auf dem Flur des Amtsgericht Cottbus beim Prozessauftakt
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Die zuständige Richterin am Amtsgericht Cottbus begründet die Aussetzung des Verfahrens offenbar damit, dass die Glaubwürdigkeit der sieben mutmaßlichen Opfer erst durch Gutachter geprüft werden müsse. Die Schüler hatten sich im Vorfeld in Widersprüche verwickelt und schwer nachvollziehbare Angaben zu den Tatvorwürfen gemacht. Dadurch würde sich der Prozess allerdings um Jahre verzögern. Den Kindern sei nicht zuzumuten, sich dann noch einmal an die Taten erinnern zu müssen, heißt es in dem Bericht der "B.Z.". Der Angeklagte Daniel B. plädiert seit Prozessauftakt auf unschuldig und verweist auf Verhaltensauffälligkeiten und schwierige Elternhäuser der 8 bis 11-jährigen Kinder.

Anklage gegen den Schulleiter wegen 20-facher Körperverletzung

Der Schulleiter, der selbst Vater von drei Kindern ist, soll seine Schüler laut Anklage mit Schlägen ins Gesicht und Tritten ins Gesäß im Zeitraum von September 2015 bis März 2017 verletzt haben. Zeugen für die Taten und ärztliche Atteste, die Verletzungen bei den mutmaßlichen Opfern belegen könnten, gibt es nicht. Laut Daniel B. habe es die ihm vorgeworfenen Taten schlichweg nie gegeben.