Prügel für die schwangere Freundin, weil er das Kind nicht wollte – Prozess gegen Sinan K.

21. September 2016 - 13:43 Uhr

Er lockte die schwangere Sabrina in eine Falle

Er wollte sein ungeborenes Kind töten lassen. Dazu soll Sinan K. seine Kumpel als Schläger angeheuert haben, die die Mutter des Kindes verprügeln sollten. Er soll seine Freundin in einen Hinterhalt gelockt haben, wo zwei Männer auf sie eintraten. Jetzt muss sich der damalige Freund des Opfers gemeinsam mit den Schlägern vor Gericht verantworten. Direkt zu Beginn des Prozesses gestehen alle drei Täter, die Tat gemeinsam geplant und durchgeführt zu haben.

Im Februar 2014 lockte der Angeklagte seine damalige Freundin Sabrina unter dem Vorwand, mit ihr reden zu wollen, auf einen einsamen Feldweg. Dort stürmten nach kurzer Zeit zwei Männer auf das Paar zu und rissen die Schwangere vom Arm ihres Freunds los. Als sie am Boden lag, traten sie ihr gezielt in den Bauch, um die Schwangerschaft abzubrechen. Irgendwann stellte sie sich dann tot und erst dann ließen die Schläger von ihr ab. Das Baby Liah hat den Angriff überlebt und ist heute zwei Jahre alt. Die Mutter kam mit Rippenprellungen ins Krankenhaus.

"Wie ich gelebt hab, das kann mir keiner wiedergeben"

Ihr Freund sei von Anfang an gegen das Kind gewesen. Auf dem Feldweg habe er sich seltsam verhalten und oft um sich geschaut. Das hat sie auch der Polizei erzählt, als sie noch im Krankenhaus Anzeige erstattete.

Noch heute leidet Sabrina unter den Folgen des Angriffs. Sie erschreckt sich häufig, wenn von hinten Menschen angerannt kommen und denkt dann, dass ihr oder der Kleinen wieder jemand was antun will. Immer wieder kommt der Vorfall in ihr hoch. "Wie ich gelebt hab, das kann mir keiner wiedergeben", sagt sie. Heute kann sie keinem mehr vertrauen.

Die kleine Liah wird jetzt ohne Vater aufwachsen und bald schon wird ihre Tochter Sabrina fragen: "Wo ist eigentlich Papa?"