Sein Hund rettete dem Jungen wohl das Leben

Prozessbeginn in Passau: 26-Jähriger soll auf Nachbarsjungen (11) eingestochen haben

© deutsche presse agentur

17. Juni 2019 - 9:20 Uhr

Prozessbeginn in Passau

Am Mittwoch hat am Passauer Landgericht das Verfahren gegen einen 26-Jährigen begonnen. Ende Juli 2018 soll er einen heute elfjährigen Jungen in seine Wohnung verfolgt haben. Die beiden wohnten laut einer Gerichtssprecherin im selben Haus. Der Mann aus Eritrea soll den Schüler zu Boden gedrückt und mit einem Messer auf ihn eingestochen haben. Erst nachdem der Hund des Jungen den Angreifer biss, konnte er sich losreißen und flüchten.

Hund biss den Angreifer - Junge konnte fliehen

Die Staatsanwaltschaft gibt an, dass der Angeklagte heimtückisch gehandelt habe. Deswegen wird ihm versuchter Mord mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Das Opfer, das auch als Zeuge vor Gericht auftritt, soll Schnittverletzungen an Beinen und Armen gehabt haben. Der Täter soll ihn am Hals gepackt, nach unten gedrückt und weiter zugestochen haben. Der Junge hatte unter anderem auch Schnittverletzungen am Hals, in Höhe des Kehlkopfes.

Durch die Hilfe des Hundes des Elfjährigen konnte er sich schließlich befreien. Der Hund biss den Angreifer, sodass es dem Jungen gelang, sich loszureißen und durch das Treppenhaus zu fliehen. Der Angreifer gab daraufhin die Verfolgung auf.

Der Junge soll ihn beleidigt haben

Der Angeklagte hat die Tat gestanden, sagte aber, dass er den Jungen nicht verletzen wollte. Der 26-Jährige hatte es nach eigener Darstellung ursprünglich auf die Mutter des Jungen abgesehen, weil diese angeblich sein Handy gehackt und ein Nacktvideo von ihm verbreitet hatte. "Das hat mich im Kopf verrückt gemacht", sagte er am Mittwoch vor dem Landgericht. Seit der Tat befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft.

Das Gericht hat drei Fortsetzungstermine angesetzt - wann das Urteil gefällt wird, ist noch nicht klar.