Womöglich arbeitete er mit Anis Amri zusammen

Prozessbeginn in Berlin: Magomed-Ali C. soll Anschlag geplant haben

16. Mai 2019 - 23:26 Uhr

Angeklagter soll Anschlag auf das Gesundbrunnen-Center in Berlin geplant haben

Nur aus Angst vor Entdeckung soll die Planung eines Sprengstoffanschlags in Deutschland 2016 kurz vor dem Verbrechen abgebrochen worden sein. Am Donnerstag begann nun am Berliner Kammergericht der Prozess gegen den 31-jährigen Islamisten Magomed-Ali C. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, zusammen mit einem in Frankreich inhaftierten Islamisten eine schwere staatsgefährdende Gewalttat ab Sommer 2015 vorbereitet zu haben. Auch der spätere Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, soll für einige Wochen im Oktober 2016 dabei gewesen sein.

Lagerte der Angeklagte große Mengen Sprengstoffs in seiner Wohnung?

Als mögliches Anschlagsziel sei das "Gesundbrunnen-Center" in Berlin in den Blick genommen worden, sagte Oberstaatsanwalt Malte Merz. Es sollten möglichst viele Menschen getötet und verletzt werden. Die Planungen brachen aber Ende Oktober 2016 ab. Zuvor hatte die Polizei an der Berliner Wohnungstür des Mannes mit russischer Staatsbürgerschaft geklingelt, der bereits als "Gefährder" galt.

Magomed-Ali C. soll in seiner Berliner Wohnung eine erhebliche Menge des hochexplosiven Sprengstoffs TATP gelagert haben. Das Mittel, das laut Oberstaatsanwalt Merz auch die Pariser Attentäter einsetzten, soll er mit seinem Komplizen Clément B. entweder selbst hergestellt oder beschafft haben. Bei der Festnahme im August 2018 wurde aber kein Sprengstoff gefunden. Nach Angaben von Verteidiger Elobied soll der in Frankreich inhaftierte Clément B. in dem Berliner Prozess als Zeuge aussagen. ​

Magomed-Ali C. soll Anis Amri, den Attentäter vom Breitscheidplatz, gekannt haben

Magomed-Ali C. habe in der inzwischen verbotenen Berliner Fussilet-Moschee seine radikal-islamistische Gesinnung geschärft, so der Ankläger. Dort verkehrte auch Anis Amri. Auf ihn waren die beiden anderen Islamisten bei der Suche nach Mittätern gestoßen.

Der Tunesier hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. Elf Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Außerdem tötete Amri den Lastwagenfahrer. Er selbst wurde auf der Flucht in Italien erschossen. Dieser Anschlag sei "unabgestimmt in alleiniger Verantwortung" von Amri verübt worden, hieß es in der Anklage.

Quelle: DPA/RTL.de