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Prozessbeginn in Berlin: Junge Männer zünden Obdachlosen in U-Bahnstation an

11. Mai 2017 - 14:52 Uhr

Schlafenden Obdachlosen in Weihnachtsnacht angezündet

Berliner U-Bahnhof Schönleinstraße in der Weihnachtsnacht: Ein Obdachloser schläft seelenruhig auf einer Bank als sieben junge Männer auf die irrsinnige Idee kommen, den wehrlosen Mann anzuzünden. Als sich das Feuer ausbreitet, flüchtet die Gruppe. Fahrgästen gelingt es glücklicherweise, das Feuer zu löschen und Schlimmeres zu verhindern, der Mann blieb unverletzt. Nun, gut vier Monate nach der Feuerattacke, wird den Verdächtigen der Prozess gemacht.

Angeklagte kamen als unbegleitete Flüchtlinge nach Deutschland

Der Fall hatte deutschlandweit für Entsetzen gesorgt. Die zwischen 16 und 21 Jahre alten Angeklagten sollen zwischen 2014 und 2016 als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sein - mehrere als alleinreisende Minderjährige. Sechs Verdächtige stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien, einer aus Libyen. Gemeinsam sollen sie den Plan spontan gefasst haben, den Obdachlosen aus Polen anzuzünden.

Als Haupttäter gilt ein 21-jähriger Syrer. Er soll ein Taschentuch mit einem Feuerzeug angezündet und auf den schlafenden Mann geworfen haben, der mit einer Decke über dem Kopf auf seinem Rucksack lag. Als sich das Feuer ausbreitet und auf einen Rucksack und eine Plastiktüte übergreift, fliehen die jungen Männer. Laut Anklage nahmen sie damit in Kauf, dass der Mann qualvoll verbrennen könnte. Sie haben demnach "heimtückisch und grausam versucht, einen Menschen zu töten."

Haupttäter droht Haftstrafe von mindestens drei Jahren

Eine Überwachungskamera zeichnete die Feuerattacke der jungen Männer auf. Dadurch konnte schnell eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet werden. Nachdem der Druck zu groß wurde, stellten sich die Angeklagten.

Sechs von ihnen müssen sich nun vor dem Landgericht wegen versuchten Mordes verantworten, der siebte wegen unterlassener Hilfeleistung. Eine Jugendstrafkammer hat sich der Sache angenommen. Im Fall eines Schuldspruchs können sechs der sieben Angeklagten mit einer milden Strafe nach Jugendstrafrecht rechnen. Für den 21-Jährigen gilt das Erwachsenenstrafrecht. Demnach droht ihm eine Gefängnisstrafe von mindestens drei Jahren wegen versuchten Mordes.

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