21. Mai 2019 - 13:35 Uhr

„Du bist kein richtiger Mann“ - Dann soll er ausgerastet sein

Die jüngsten Söhne von Juliet H. - 11 und 7 Jahre - betreten am Abend des 5. Dezember 2018 die Wohnung. Sie kommen nach Hause und finden ihre Mutter: Blutüberströmt und tot im Zimmer – mutmaßlich erstochen von Marc H., ihrem Ehemann. Die Polizei nimmt ihn noch am Tatabend fest. Nun muss er sich vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet auf Totschlag. Marc H. sagt zu Prozessbeginn, er wolle sich im Laufe des Verfahrens zu den Vorwürfen äußern. Wie es der Familie heute geht, erklärt eine Cousine der Toten im Video.

„Du bist kein richtiger Mann“

Er wollte eigentlich nur ein Tablet abholen, das er zuvor einem seiner Söhne ausgeliehen hatte. Denn Marc und Juliet H. lebten getrennt. In der Wohnung soll es zu einem Streit gekommen sein. Dabei soll die vierfache Mutter Marc H. die Worte "Du bist kein richtiger Mann" an den Kopf geworfen haben.

Marc H. soll ausgerastet sein und wild auf sie eingestochen haben. Laut Staatsanwaltschaft soll es bei dem Streit auch um den neuen Partner von Juliet H. gegangen sein. Die 42 –jährige Altenpflegerin erlitt 50 Schnitt- und Stichverletzungen im Gesicht, am Hals und am Oberkörper.

Er hatte schon vorher gedroht, sie umzubringen

Prozessbeginn in Hamburg: Juliet H. soll von ihrem Ehemann mit 50 Messerstichen getötet worden sein.
Die erstochene Juliet H. auf einem Foto neben einer Kerze
© RTL

Der Angeklagte soll seine Frau schon zuvor gestalkt, bedroht und misshandelt haben. Doch zunächst schwiegen die 42-jährige Altenpflegerin und ihre Kinder, versuchten geregelte Verhältnisse vorzutäuschen. Nicht mal engste Familienmitglieder ahnten etwas. 2017 soll Marc H. Juliet das erste Mal gedroht haben, sie umzubringen. Er soll sie mit einem Elektroschocker misshandelt haben, mehrfach auf sie eingeprügelt haben.

Juliet H. trennte sich und zeigte ihn an. Schließlich floh sie mit ihren Kindern ins Frauenhaus. Sie bekam das alleinige Sorgerecht für die Kinder zugesprochen. Doch es gab Streit wegen der Unterhaltszahlungen. So kam der damals 49-Jährige wieder an ihre Adresse.