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Prozessbeginn: Frauenarzt aus Odenthal soll mehrere Patientinnen missbraucht haben

Prozessauftakt gegen Gynäkologen
Prozessauftakt gegen Gynäkologen
© dpa, Henning Kaiser, hka vge

07. April 2017 - 9:44 Uhr

Unsittliche Berührungen und sogar Geschlechtsverkehr

Über ein Jahr lang soll ein 63-jähriger Frauenarzt aus dem bergischen Odenthal seine Vertrauensstellung als Frauenarzt missbraucht haben. In mehreren Fällen habe er sexuelle Handlungen im Intimbereich seiner Patientinnen vorgenommen. Nun soll ihm der Prozess gemacht werden.

Anklage: Arzt "wollte sich sexuell stimulieren"

Ab jetzt muss sich der Mediziner vor dem zuständigen Kölner Landgericht wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs verantworten. Zwischen Sommer 2012 und November 2013 habe er vier Patientinnen bei Behandlungen unpassend im Intimbereich berührt, um "sich sexuell zu stimulieren", wie es bei der Verlesung der Anklage hieß. In einem Fall soll es sogar zu Geschlechtsverkehr gekommen sein. Der Frauenarzt habe stets dafür gesorgt, dass bei den Behandlungen keine Arzthelferin anwesend war.

Frau nach Missbrauchsvorwurf in psychologischer Behandlung

Bis 2013 war der Gynäkologe noch in seiner Praxis in Odenthal tätig. Aufgrund der schweren Vorwürfe darf er seitdem nicht mehr praktizieren. Mehrere Frauen sollen als Zeuginnen gehört werden, einige treten auch als Nebenklägerinnen auf. Die Anklageseite betonte, für die Patientinnen sei das Erlebte schwer belastend. Eine Frau befinde sich in psychologischer Behandlung. Der Prozess wurde bereits nach knapp einer Stunde unterbrochen, weil die Verteidigung die Besetzung der Strafkammer beanstandete. Für den Prozess sind 14 Verhandlungstage angesetzt. Sollte der Mann schuldig gesprochen werden, droht ihm neben der Strafe auch ein Berufsverbot. Das Urteil soll bis Ende Juni fallen.

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