Prozessauftakt: Vater sprengte Freund der Tochter in die Luft

15. April 2013 - 20:08 Uhr

Junge stürzt 10 Meter in die Tiefe

Dieser Fall hat vergangenen August Aufsehen erregt: Weil er mit der Beziehung seiner 14-jährigen Tochter nicht einverstanden war, sprengte ein Vater die Kölner Wohnung ihres 17 Jahre alten Freundes in die Luft! Das Opfer wurde durch die Explosion durch das Wohnungsfenster geschleudert und stürzte 10 Meter in die Tiefer. Er starb an den schweren Verletzungen. Der Vater behauptet beim Prozessauftakt, er habe den Jungen bloß erschrecken wollen.

Explosion in Köln
Durch die Druckwelle der Explosion wurde das 17-jährige Opfer aus diesem Fenster des vierten Stocks geschleudert.
© picture alliance / dpa, Henning Kaiser

Der polizeibekannte Fernando S. habe das Paar schon öfter bedroht. Am Abend des 27. August vergangenen Jahres bekam Semmy einen Drohanruf des 52-Jährigen, woraufhin die Tochter die Wohnung verließ. Wenig später klopfte der Vater an die Wohnungstür. Als das Opfer ihm nicht öffnete, griff der Vater zum Beil.

Semmy flüchtete zum Fenster während der Eindringling in seiner gesamten Wohnung Benzin vergoss. Als er nach einiger Zeit eine Flamme zündete, verursachten die Benzindämpfe eine heftige Druckwelle, die den Jungen aus dem Fenster schleuderte – aus dem vierten Stock.

Ein Notarzt kämpfte eine Stunde lang um sein Leben, musste schließlich aber aufgeben. Semmy starb an denen durch den Sturz entstandenen Verletzungen, und nicht an Verbrennungen.

Jetzt steht der Vater wegen Mordes vor Gericht. Unter Tränen erklärte er, dass er nur Semmys Wohnung unbewohnbar machen wollte. Seine Wut habe sich nicht gegen die Kinder gerichtet, er war lediglich mit der Beziehung der beiden nicht einverstanden. Durch die Beziehung zu Semmy, hatte sich seine Tochter verändert: Sie schwänzte die Schule, nahm Drogen und bliebt nachts weg.

Polizei nahm ersten Notruf nicht ernst

Zweimal rief der 17-Jährige um polizeiliche Hilfe. In einem gegen 20 Uhr ersten Gespräch schilderte Semmy, dass er einen Drohanruf vom Vater erhalten habe und dieser versuche in seine Wohnung einzudringen. Auf Kölns Polizeisprecher Alf Willwacher wirkte der Junge aber ruhig und nicht als befinde er sich in Todesangst. Eine knappe Stunde später, um 21.08 Uhr ging ein zweiter Notruf bei der Polizei ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte Fernando S. bereits die Tür eingeschlagen und vergoss das Benzin. Nur drei Minuten später explodierte die Wohnung.

Fernando S. wurde noch am Tatabend festgenommen. Seine Tochter ist bis heute in psychischer Behandlung.