Heimtückischer Mord?

Prozessauftakt: Mann zerstückelt und einbetoniert

23. August 2019 - 11:47 Uhr

Tötete ein Liebespaar Miro P. aus Eifersucht?

Bereits 2017 verschwand Miro P. spurlos. Und erst vor einem halben Jahr machten Polizeibeamte auf einem Reiterhof in Dammfleeth (Kreis Steinburg) in Schleswig-Holstein einen gruseligen Fund: Auf dem ganzen Hof verteilt fanden sie einbetonierte Leichenstücke. Kurze Zeit später kommt heraus: Es handelt sich bei dem Toten um den 41-jährigen Miro P. Seine Ex-Freundin Jessica M. und ihr neuer Freund Yasar S. sollen ihn auf heimtückische Weise umgebracht haben. Heute startete der Prozess am Landgericht Itzehoe.

Mutmaßliche Mörder sollen Plan geschmiedet haben

22.08.2019, Schleswig-Holstein, Itzehoe: Mit verdecktem Gesicht sitzt die Angeklagte zum Auftakt eines Mordprozesses im Gerichtssaal. Die 37-Jährige Angeklagte und der 47-Jährige Angeklagte sollen im April 2017 den damaligen Partner der Frau umgebrac
Mit verdecktem Gesicht sitzt die 37-jährige Angeklagte zum Auftakt eines Mordprozesses im Gerichtssaal.
© dpa, Carsten Rehder, reh skm

Der Ermordete wohnte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Jessica und seinen zwei Töchtern seit Ende 2015 auf einem Reiterhof in Dammfleth. Im Januar 2017 zog Yasar S. auf dem Hof ein. Eigentlich sollte der wegen Gewalttaten vorbestrafte Mann auf dem Hof bei der Arbeit aushelfen. Doch aus der beruflichen Beziehung wurde offenbar eine Liebesbeziehung. Kurze Zeit später sollen Yasar S. und seine neue Freundin Jessica den Plan gefasst haben, den ahnungslosen Vater von zwei Teenager-Kindern umzubringen.

Opfer wurde mit zwei Schüssen in den Kopf getötet

22.08.2019, Schleswig-Holstein, Itzehoe: Mit verdecktem Gesicht sitzt der Angeklagte zum Auftakt eines Mordprozesses im Gerichtssaal. Die 37-Jährige Angeklagte und der 47-Jährige Angeklagte sollen im April 2017 den damaligen Partner der Frau umgebrac
Mordprozess in Itzehoe um einbetonierte Leiche.
© dpa, Carsten Rehder, reh skm

Miro P. verschwand am 21. April 2017. Laut Staatsanwalt Jan-Hendrik Schwitters wurde er im Kinderzimmer der älteren Tochter mit zwei Schüssen in den Kopf getötet, ohne dass er etwas davon ahnte oder sich wehren konnte. Dann sei seine Leiche zerstückelt und anschließend in der Reithalle und auf dem Gelände einbetoniert worden.

Tochter soll Verdacht geschöpft haben

Nach dem Mord soll das Paar auf dem Hof weitergelebt haben, als wäre nichts passiert. Es dauerte zwei Jahre, bis die Polizei der schrecklichen Gewalttat auf die Spur kam. Die 17-jährige Tochter soll Verdacht geschöpft und ihren Freund eingeweiht haben, der daraufhin die Polizei aufsuchte.

Jetzt wird dem Paar gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen aus heimtückischen und niedrigen Beweggründen.

Beide Angeklagten schweigen

Am ersten Prozesstag haben beide Angeklagten geschwiegen. Die Anklage stützt sich somit auf die bisherigen Aussagen der Zeugen, die eng mit dem Paar in Kontakt standen. Anfang September geht der Prozess weiter.