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Prozessauftakt in Niedersachsen: Hat Dominik R. (23) sein Baby totgeschüttelt?

Der Angeklagte sitzt mit seinem Anwalt Andreas Fedler im Gerichtssaal im Landgericht.
Prozessauftakt gegen Dominik R. aus Lindhorst (Niedersachsen): Er soll sein drei Monate altes Baby tot geschüttelt haben. © dpa, Julian Stratenschulte, jst jbu

Junger Vater aus Lindhorst wegen Totschlags angeklagt

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor: Dominik R. aus Lindhorst (Niedersachsen) soll seinen drei Monate alten Sohn totgeschüttelt haben. Beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Bückeburg weist der 23-Jährige die Vorwürfe zurück. Die Polizei vermutet, dass der Vater Aggressionen wegen eines Videospiels gehabt haben könnte.

Kleiner Julian Elias totgeschüttelt wegen Wut beim Computerspielen?

Dominik R. steht seit heute vor Gericht.
Dominik R. bei seinem Prozess wegen Totschlags. © dpa, Julian Stratenschulte, jst jbu

Der kleine Julian Elias starb im November vergangenen Jahres mit gerade einmal drei Monaten. Für die Staatsanwaltschaft steht fest: Der Säugling wurde so stark geschüttelt, dass er Hirnblutungen erlitt und trotz einer Not-Operation zwei Tage später starb. Und auch die Polizei belastet den 23-Jährigen: Dominik R. spielte regelmäßig ein Online-Rollenspiel auf seiner Spielekonsole. Das Videospiel habe ein "großes Frustrationspotenzial", so die Einschätzung.

Dominik R. sieht Impfung als Todesursache

Beim Prozessauftakt bestritt Dominik R. die Vorwürfe. Seine Version: Dem drei Monate alten Baby sei es nach einer Impfung zunehmend schlechter gegangen. Aber: Als Todesursache wurde in der Klinik das "Shaken Baby-Syndrom" diagnostiziert – ein Widerspruch.

Dass Babys geschüttelt werden, ist leider keine Seltenheit: Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich bundesweit zwischen 100 und 200 Babys mit Schütteltraumata in Kliniken kommen – häufig ein Zeichen der Überforderung.

Wie Julian Elias ums Leben kam, soll jetzt in fünf Verhandlungstagen geklärt werden – auch mithilfe von 18 Zeugen und einem Sachverständigen.

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