Prozessauftakt in Hannover

Lebensgefährlicher Streit: Hat Rico K. (35) seine Freundin aus dem Fenster geschubst?

02. Juli 2020 - 19:15 Uhr

Wie kann ein Beziehungsstreit so eskalieren?

Mit einem Stoß aus einem Hotelfenster im vierten Stock soll ein Mann versucht haben, seine damalige Freundin umzubringen. Im Februar soll sich die Tat in einem Hotel in Hannover ereignet haben. Jetzt muss sich der 35-Jährige vor dem Landgericht Hannover verantworten. Wie seine ehemaligen Kollegen Rico K. einschätzen, sehen Sie im Video.

Die Anklage: Versuchter Totschlag

Dem Angeklagten Rico K. wird laut Staatsanwaltschaft vorgeworfen, seine ehemalige Freundin zunächst in dem Hotelzimmer mehrfach geschlagen und gewürgt zu haben. Danach soll er sie mit einem Messer dazu gezwungen haben, auf den Sims des geöffneten Fensters zu klettern und das Fenster von innen geschlossen haben. Der 23-Jährigen gelang es, sich auf dem Sims zu halten. Daraufhin soll der Mann das Fenster noch einmal geöffnet und sie in die Tiefe geschubst haben. Das Opfer fiel zehn Meter tief und landete auf dem Parkplatz-Asphalt. Anschließend bemühte er sich den Ermittlungen zufolge nicht um Hilfe, sondern zog sich in das Zimmer zurück. Wie durch ein Wunder überlebte das Opfer den Sturz aus der 4. Etage.

Wer ist Rico K.?

Der mutmaßliche Täter und das Opfer waren nach Gerichtsangaben beide in dem Hotel beschäftigt. Rico K. (35) ist ehemaliger Koch im Hotel "Dormero", hatte aber schon vor der Tat gekündigt. Laut Hotelmitarbeitenden war der Mann unauffällig. Zu den Vorwürfen äußert sich der Angeklagte am ersten Prozesstag jedoch nicht. Seit der Tat sitzt Rico K. in Untersuchungshaft.

Psychische Schäden für das Opfer

Die Geschädigte hat keinerlei Kontakt mehr zu dem Täter. Laut ihrem Anwalt erleidet sie bei dem Sturz mehrere Wirbelbrüche. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass sie mit den psychischen Folgen lebenslang zu kämpfen hat. Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage geplant. An den nächsten Terminen sollen Polizisten als Zeugen sowie ein rechtsmedizinischer Gutachter gehört werden. Am 14. Juli soll die Geschädigte dann als Zeugin vernommen werden. Das Urteil könnte Ende Juli fallen.