Prozessauftakt in Düsseldorf: Salafistenprediger Sven Lau als mutmaßlicher Terrorhelfer vor Gericht

07. September 2016 - 15:01 Uhr

Er soll Dschihadisten mit Equipment beliefert haben

Er soll als Terrorhelfer aktiv gewesen sein, militärisches Equipment und Geld beschafft und damit Dschihadisten in Syrien unterstützt haben. Jetzt muss sich Salafistenprediger Sven Lau wegen Unterstützung einer in Syrien aktiven islamistischen Terrorgruppe vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten.

Der Salafistenprediger Sven Lau steht am 06.09.2016 vor Prozessbeginn im Gerichtssaal des Oberlandesgericht in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Die Bundesanwaltschaft hat Lau als mutmaßlichen Unterstützer der syrischen Terrormiliz Jamwa («Armee der
Prozessbeginn gegen Salafistenprediger Sven Lau
© dpa, Federico Gambarini, fg pil

2013 soll er sich aktiv von Deutschland aus für eine terroristische Vereinigung namens 'Jamwa' eingesetzt haben. Sie ist auch im Zusammenhang mit dem 'Islamischen Staat' (IS) tätig und agiert vor allem in Syrien. Außerdem sei er Anlaufstelle für viele deutsche Dschihadisten gewesen und habe Kämpfer in Kampfgebiete vermittelt. Außerdem soll Lau der Terrorgruppe Nachtsichtgeräte und Geld verschafft haben. Seine erneute Ausreise nach Syrien wurde von den Behörden unterbunden. Ihm wurde der Reisepass entzogen.

Seine selbst gegründete 'Scharia-Polizei' brachte ihn in die Schlagzeilen

In die Schlagzeilen geraten  ist der Salafistenprediger vor allem durch seine selbstgegründete 'Scharia-Polizei' in Wuppertal. In orangefarbenen Warnwesten gekleidet waren er und mehrere seiner Gefolgsleute in Wuppertal Streife gelaufen. Ihr Ziel: Jugendliche für sich zu gewinnen und zu Predigten einzuladen.

Bei der Aktion predigten die Männer die Einhaltung der Scharia. Danach seien Alkohol, Glücksspiele, Musik und Konzerte sowie der Konsum von Drogen und Zigaretten verboten. Strafbar war dieser Patrouillengang jedoch nicht. Wegen dieser Propaganda wird bereits in einem gesonderten Verfahren gegen Lau ermittelt.

Geht es nach Laus Anwalt, hat der Salafistenprediger allerdings nicht viel zu befürchten. Die 80-seitige Anklageschrift sei "ein juristischer Blindflug". Schon einmal musste sein Mandant wegen mangelnder Beweise freigelassen werden und da sich die Staatsanwaltschaft auf einen Belastungszeugen stützt, der bereits als "notorischer Lügner entlarvt ist", so der Verteidiger.

Das Gericht sieht das anders. Es weist darauf hin, dass Lau durchaus als Terrorist verurteilt werden könnte. 30 Verhandlungstage wird der Prozess mindestens dauern. Ein Urteil ist frühestens im Frühjahr 2017 zu erwarten.