Prozess: Vater lässt Zwillingsbabys fallen – ein Kind stirbt

Prozessauftakt zum Tod eines Säuglings
Prozessauftakt zum Tod eines Säuglings
© dpa, Oliver Krato, ok gfh

17. Oktober 2016 - 13:01 Uhr

Prozessbeginn in Bielefeld

Ein Mann soll seine wenige Wochen alten Zwillinge fallen gelassen haben und über sie gestürzt sein. Den Arzt schaltete er erst ein, als es zu spät war: Der Sohn lag tot im Bettchen, seine Schwester war schwer verletzt. Nun steht der Mann vor Gericht.

Frühere Schäden bei Obduktion festgestellt

Er wollte seine Kinder angeblich nur füttern. Dann ließ er die Zwillingsbabys fallen und sei auf sie gestürzt. Sie wurden schwer verletzt. Der Junge und das Mädchen waren dreieinhalb Monate alt. Der Vater soll seine Kinder einfach ins Bett gebracht haben, so die Staatsanwaltschaft. Erst am nächsten Morgen riefen die Eltern den Notdienst. Der kleine Junge war da bereits an einer Lungenentzündung gestorben. Das Mädchen hatte einen Oberschenkelbruch.

Außerdem hatte die Tochter wie ihr Bruder schwere Hirn- und Kopfverletzungen erlitten. Bei der Obduktion wurden zudem frühere Verletzungen festgestellt.

Zum Prozessauftakt schilderte der mehrfach wegen Diebstahls und Drogendelikten vorbestrafte Vater eine schwierige Kindheit und Jugend, sowie eine Drogenkarriere vom frühen Alkoholmissbrauch bis zum zuletzt regelmäßigen Konsum vom Amphetaminen, Ecstasy und Cannabis. Zu den Vorwürfen wollte er sich im Prozess zunächst nicht äußern. Weil er weder seine schlafende Frau informiert noch einen Arzt eingeschaltet haben soll, ist der Vater wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Der Staatsanwalt sprach von böswilliger Vernachlässigung.