Prozessauftakt im Fall Bill Cosby: Muss er ins Gefängnis?

Vom gefeierten Comedy-Helden zum Verbrecher? Bill Cosby weilt derzeit vor Gericht in Norristown.
Vom gefeierten Comedy-Helden zum Verbrecher? Bill Cosby weilt derzeit vor Gericht in Norristown.
© imago/ZUMA Press, SpotOn

05. Juni 2017 - 16:27 Uhr

Gegen Bill Cosby wurden schwere Vorwürfe erhoben

60 Frauen haben US-Komiker Bill Cosby des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Ein Fall wird jetzt verhandelt - es geht um eine ehemalige Basketballspielerin. Und die könnte Cosby bis zu zehn Jahre ins Gefängnis bringen!

Bill Cosby droht eine Gefängnisstrafe

Im Dezember 2015 haben erstmals schwerwiegende Anschuldigungen in der Öffentlichkeit den Ruf von Bill Cosby (79) erschüttert. Hat der einst so beliebte Stand-up-Komiker und Schauspieler mehrere Frauen unter Drogen gesetzt und anschließend sexuell missbraucht? Diese Frage wird in den voraussichtlich kommenden zwei Wochen ein US-Gericht klären.

Obwohl in den vergangenen zwei Jahren eine Vielzahl von Frauen schwere Vorwürfe gegen Cosby erhoben haben, ist nur ein einziger davon nun vor Gericht gelandet, wie etwa 'The New York Times' berichtet. Andrea Constand (44), eine Mitarbeiterin der Temple Universität in Philadelphia und ehemalige Basketballspielerin, ist die Anklägerin. Sie hat Cosby erstmals 2002 kennengelernt und sei 2004 von ihm zunächst unter Drogen gesetzt und dann missbraucht worden, lautet ihr schwerer Vorwurf. Wie 'The New York Times' weiter berichtet, werde der Prozess mit einem Anfangsplädoyer beider Seiten beginnen. Im Laufe der zweiwöchigen Verhandlungen werde Constand aussagen, Cosby hingegen nicht, heißt es weiter.​

Einige Anschuldigen sind bereits verjährt

Sollte die Indizienlage das Gericht davon überzeugen, Cosby schuldig zu sprechen, drohen dem Komiker bis zu zehn Jahre Haft. Bislang hat Cosby vehement abgestritten, Constand Drogen eingeflößt zu haben. Er bestätigte laut 'The New York Times' zwar sexuelle Handlungen, diese seien aber einvernehmlich gewesen.

Einer von Cosbys zahlreichen juristischen Vertretern ist Brian McMonagle, dem ein sehr aggressiver Stil vor Gericht nachgesagt wird. Cosbys Anwälte müssen sich einzig deswegen nicht auf mehrere Klagen vorbereiten, weil die Anschuldigungen der anderen Frauen, die sich seither an die Öffentlichkeit wandten, schon verjährt sind. Allerdings habe das Gericht einer der Frauen erlaubt, als Zeugin im nun anstehenden Fall auszusagen. Auf diese Weise soll geklärt werden, ob ein Muster in Cosbys Herangehensweise zu erkennen sei.

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