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Prozessauftakt: Ernst August von Hannover „gebrechlich und angeschlagen“ vor Gericht

Ihm drohen drei Jahre Knast

Prozessauftakt: Ernst August von Hannover „gebrechlich und angeschlagen“ vor Gericht

So angeschlagen erschien der Welfenprinz vor Gericht Prozess gegen Prinz Ernst August von Hannover
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Prozess gegen Prinz Ernst August von Hannover
So angeschlagen erschien der Welfenprinz vor Gericht

Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere Körperverletzung und Nötigung

Unter großem Interesse der Medien muss sich am Dienstag, 23. März, Welfenprinz Ernst August von Hannover vor dem Landesgericht Wels in Österreich verantworten. Ihm wird laut Gericht "das Begehen einer mit Strafe bedrohten Handlung im Zustand voller Berauschung" vorgeworfen. Der Verdacht lautet unter anderem auf Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere Körperverletzung und Nötigung. Der Strafrahmen beträgt dem Gericht zufolge bis zu drei Jahre Haft. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung. Wie „gebrechlich und angeschlagen“ unsere Reporter Prinz Ernst August von Hannover beim Prozessauftakt erlebt haben, zeigen wir oben im Video.

Prinz Ernst August von Hannover entschuldigt sich, plädiert aber auf nicht schuldig

Eigentlich wollte Prinz Ernst August von Hannover nicht zu seinem Prozess erscheinen und stellte einen Antrag, um nicht persönlich teilnehmen zu müssen. Als Begründung nannte er das erhöhte Risiko, sich als Krebspatient mit Covid-19 infizieren zu können. Der 67-Jährige erschien dennoch vor Gericht, soll aber „sehr gebrechlich und angeschlagen“ gewirkt haben, wie RTL-Reporter Carsten Maier schildert. Knapp drei Stunden nach seiner Ankunft am Landesgericht durfte der Welfenprinz sich dann wieder entfernen. Um 16:15 Uhr erschien er zur Urteilsverkündung aber wieder vor Gericht.

Während des Prozesses plädierte er auf nicht schuldig, möchte aber die ganze Verantwortung für die Taten übernehmen, wie er in einer Entschuldigung verkündet: „Ich möchte mich für alles entschuldigen. Ich übernehme die Verantwortung und bin bereit, für die Schäden aufzukommen.“

Verteidigung spricht von "medialer Vorverurteilung"

Der 67-jährige Ernst August, der ein Anwesen in Österreich besitzt, soll 2020 bei drei Vorfällen eine Polizeibeamtin bedroht, einen Beamten leicht verletzt und ein Ehepaar unter Drohungen zum Verlassen eines Gebäudes aufgefordert haben . Seine Anwaltskanzlei kritisierte jedoch, dass ihr Mandant sich einer "massiven medialen Vorverurteilung ausgesetzt" sehe, wie es in einer schriftlichen Stellungnahme auf Anfrage der österreichischen Nachrichtenagentur APA hieß.

Zum Prozess sind zehn Zeugen geladen. Außerdem soll ein psychiatrischer Sachverständiger gehört werden, um die Frage zu beantworten, ob der Welfenprinz zum Zeitpunkt der Vorfälle zurechnungsfähig war.

Quelle: DPA / RTL.de