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Prozess wird neu aufgerollt: Mann soll jetzt wegen Heimtückemordes angeklagt werden

Prozess wird neu aufgerollt: Mann soll jetzt wegen Heimtückemordes angeklagt werden

Schild des Bundesgerichtshofes
Die Richter verweisen den Fall zurück zum Landgericht Paderborn.
dpa, Uli Deck

Er schnitt dem bereits tödlich Verletzten die Kehle durch

Der Prozess gegen einen heute 20-jährigen geht wieder zurück zum Landgericht Paderborn. Der Mann soll seinen Freund mit einer Eisenstange erschlagen und ihm anschließend die Kehle durchtrennt haben. Eigentlich sollte der Bundesgerichtshof (BGH) heute ein Urteil fällen, allerdings sahen die Richter einen Rechtsfehler im ersten Urteil des Landgerichts. Das hatte den zur Tatzeit 19-jährigen wegen Totschlags und versuchten Mordes zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Weil bereits die Schläge mit der Eisenstange tödlich waren, hätte das Landgericht nach Ansicht des BGH auf Heimtückemord entscheiden können. Der Angeklagte hatte die Tat weitgehend gestanden, der Fehler wirkt sich jetzt zu seinem Vorteil aus, weil dadurch die Revision der Eltern des Opfers gekippt wird. Die Eltern und auch die Bundesanwaltschaft hatten in der Revision ein härteres Urteil für Mord gefordert.

Das Landgericht sah es im ersten Prozess im Januar als erwiesen an, dass der Mann im Juni 2014 einem langjährigen Freund mit einer Eisenstange den Schädel von hinten einschlug - vermutlich nach einem Streit. Er dachte demnach sein Freund sei tot und entfernte sich vom Tatort, um eine Stunde später wiederzukommen. Er wollte der Polizei erzählen, er hätte den Freund tot aufgefunden. Der Freund war zwar bereits tödlich verletzt, lebte aber noch. Daraufhin schnitt der Angeklagte dem wehrlosen Freund die Kehle durch und verständigte anschließend die Polizei. Die Tat ereignete sich in einer Feldscheune im nordrhein-westfälischen Büren.

Auch der Angeklagte hatte Revision gegen das erste Urteil eingelegt, sein Anwalt plädierte auf eine mildere Strafe wegen Totschlages. Er kritisierte außerdem die Vernehmung seines Mandanten bei der Polizei. Diese Revision wurde vom BGH aber als unbegründet abgelehnt.