Prozess wegen nicht zugelassener Krebsmittel begonnen

Ein Schild mit der Aufschrift "Justizgebäude" hängt am Eingang. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild
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18. Dezember 2019 - 15:00 Uhr

Wegen des Verkaufs nicht zugelassener Krebsmedikamente steht in Nürnberg seit Mittwoch die Ehefrau eines Heilpraktikers vor Gericht. Die 49-Jährige soll mit ihrem Ehemann den Käufern vorgetäuscht haben, dass die Produkte etwa gegen Krebs im Endstadium sowie gegen Autismus helfen könnten.

Von 2015 bis 2018 soll das Paar mit ihrem in Altdorf bei Nürnberg sowie auf Zypern ansässigen Geschäft Einnahmen von fast drei Millionen Euro mit dem Verkauf eines Vitamin-Öls erzielt haben. Die Frau habe den kaufmännischen Bereich des Geschäfts geleitet, ihr Mann sei für Werbung zuständig gewesen.

Das Gericht hatte ihn im Mai zu vier Jahren Haft verurteilt. Weil der Bundesgerichtshof noch über Rechtsmittel entscheiden muss, ist dieses Urteil nicht rechtskräftig.

Für das Verfahren gegen die Frau sind 30 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil ist erst im April nächsten Jahres vorgesehen. Der Heilpraktiker hatte in seinem Prozess argumentiert, es handele sich nicht um Medikamente, sondern um erlaubte Nahrungsergänzungsmittel.

Die Substanzen hatte die Firma des Ehepaars den Angaben zufolge für durchschnittlich weniger als sieben Euro pro Einheit gekauft. Trotz des mitgelieferten Hinweises, dass das Mittel nicht an Menschen oder Tieren angewendet werden dürfe, verkaufte die Firma es für rund 300 Euro im Schnitt weiter. Die 49-Jährige ist daher wegen vorsätzlichen Inverkehrbringens von bedenklichen Arzneimitteln angeklagt.

Quelle: DPA