Knallhart-Urteil im Prozess um Stuttgarter Krawallnacht

Jugendlicher (18) muss zweieinhalb Jahre in den Knast – ohne Bewährung

10. November 2020 - 15:00 Uhr

Stuttgart-Randalierer räumte Vorwürfe ein

Ein Randalierer der Stuttgarter Krawallnacht im Juni muss zwei Jahre und sechs Monate in den Knast. Das Stuttgarter Jugendschöffengericht verurteilte den 18-Jährigen am Dienstag zu der Haftstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird. Er hatte die Vorwürfe zuvor eingeräumt.

18-Jähriger zertrümmerte Polizeiauto

Der 18-Jährige soll bei den Krawallen die Heckscheibe eines Polizeiautos eingeschlagen und zwei Seitenscheiben zertrümmert haben. Der Schaden wurde auf 3.000 Euro geschätzt. Dem Auszubildenden wurde ein besonders schwerer Fall von Landfriedensbruch zur Last gelegt.

Frust wegen Corona-Pandemie

Ein Motiv konnte der 18-Jährige nicht nennen. Er habe keine rechtsstaatsfeindliche Gesinnung, sondern sei wegen der Corona-Pandemie frustriert und habe Alkohol getrunken. Bei der Tat verletzte er sich und musste ins Krankenhaus. Seinen Eltern erzählte er, einen Unfall mit einem E-Scooter gehabt zu haben. "Er weiß, es war eine große Dummheit", sagte sein Verteidiger.

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Anderer Randalierer spricht über Gründe

Ein anderer Beteiligter der Krawallnacht von Stuttgart hat uns erzählt, weshalb er randaliert hat. Marc (24, Name geändert) war nur zufällig vor Ort und hat sich der Gruppe spontan angeschlossen.

Polizisten verletzt, Schaufenster zerstört

Bei den Krawallen im Juni hatten sich Dutzende vor allem junge Männer in der Stuttgarter Innenstadt Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Es wurden mehrere Beamte verletzt und Schaufenster zerstört. Die Vorfälle hatten weit über Stuttgart hinaus für Schlagzeilen und hitzige Debatten gesorgt.