Angeklagter schweigt bis zum Schluss

Prozess um Schienensabotage: Lange Haftstrafe gefordert

Der Angeklagte Kurt-Jürgen L. versteckt sich hinter einem Aktendeckel.
Der Angeklagte Kurt-Jürgen L. versteckt sich hinter einem Aktendeckel.
© RTL, RTL Hessen

22. März 2021 - 14:29 Uhr

Anklage glaubt an Mordversuch

Im Prozess um mutmaßliche Sabotage auf der ICE-Schnellstrecke Köln-Frankfurt hat die Staatsanwaltschaft 13 Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Die Anklagevertreterin plädierte am Montag vor dem Wiesbadener Landgericht unter anderem auf versuchten Mord. Die Verteidigung verlangte einen Freispruch.

Keine letzten Worte

Der 53 Jahre alte Angeklagte verzichtete auf ein Schlusswort. Während der Beweisaufnahme hatte er zu den Vorwürfen geschwiegen. Seine Verteidiger sprachen von einem Indizienprozess. Es gebe noch sehr viele Fragezeichen, und die Täterschaft sei nicht bewiesen.

Angeklagter habe viele Todesopfer in Kauf genommen

ARCHIV - 20.03.2020, Hessen, Niedernhausen: Die Teißtal-Brücke mit der ICE-Strecke überspannt das Tal. Im Prozess um eine mutmaßliche Sabotage auf der ICE-Schnellstrecke Frankfurt-Köln werden an diesem Montag die Plädoyers erwartet.
Über die ICE-Brücke fahren viele Schnellzüge von Köln nach Frankfurt.
© dpa, Andreas Arnold, arn flm cul cv nic

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann Mitte März 2020 nahe der Theißtalbrücke bei Niedernhausen in Hessen auf 83 Metern der ICE-Strecke Schienenbefestigungen abmontiert hat. Der Mann habe es zumindest billigend in Kauf genommen, dass ein ICE entgleisen würde - wodurch viele Menschen hätten sterben können. Per Telefon warnte der Angeklagte später die Bundespolizei. Die Verteidigung sieht darin einen strafbefreienden Rücktritt von der Tat.

Quelle: DPA