27. Mai 2019 - 12:33 Uhr

Ein Prozess um Erpresserbriefe an eine Supermarkt-Filiale in Berlin-Reinickendorf gegen einen 55-Jährigen ist kurz nach Aufruf der Sache ausgesetzt worden. Dem Angeklagten, der ohne Anwalt gekommen war, müsse zunächst ein Rechtsanwalt beigeordnet werden, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Montag. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft liegt ein Fall der "notwendigen Verteidigung" vor.

Der Angeklagte soll laut Ermittlungen im Oktober 2018 drei anonyme Erpresserschreiben an einen Markt geschickt und dabei verdeckte, aber eindeutige Hinweise eingestreut haben, die den Verdacht auf seinen Schwager gelenkt hätten. Zwar sei in den Briefen Geld gefordert und Gewalt angedroht worden. Das eigentliche Ziel des 55-Jährigen sei es jedoch gewesen, gegen seinen Schwager strafrechtliche Ermittlungen zu provozieren. Zuletzt habe er angegeben, in der Filiale Produkte mit Schweinefleisch vergiftet zu haben.

Wann es zu einem neuen Anlauf im Prozess um Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten und falsche Verdächtigung kommt, ist noch offen.

Quelle: DPA