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Prozess um Buback-Mord: Streit um das Tatmotorrad

Prozess um Buback-Mord: Streit um das Tatmotorrad

Mit scharfen Angriffen der Nebenkläger gegen die Ermittler ist in Stuttgart der Prozess gegen Verena Becker fortgesetzt worden. Die ehemalige RAF-Terroristin soll als Mittäterin am Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977 beteiligt gewesen sein. Auslöser des Streits war das Motorrad, von dem Buback aus erschossen wurde: Es war erst vor wenigen Tagen wieder aufgetaucht, weil sich der Besitzer gemeldet hat.

"Das ist ein Skandal, das bleibt ein Skandal", sagte der Vertreter der Nebenklage. Die Ermittler selbst hätten nach dem Motorrad suchen müssen. Bundesanwalt Walter Hemberger bezeichnete es hingegen als "ganz normalen Vorgang", dass die Maschine vom Typ Suzuki 750 GS damals nach Abschluss der Ermittlungen freigegeben wurde. Der Sohn des Ermordeten, Michael Buback, kritisierte, dass zum Zeitpunkt der Freigabe erst ein Täter rechtskräftig verurteilt worden war. Die Ermittler hätten beispielsweise eine Gegenüberstellung vornehmen können, indem man weitere Verdächtige auf das Motorrad setzt, meinte Buback. Bundesanwalt Hemberger konterte ungewöhnlich scharf: Die Vorstellung einer solchen Gegenüberstellung sei "mehr als laienhaft".

Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, liegt inzwischen ein Gutachten des kriminaltechnischen Instituts des Bundeskriminalamtes vor. Demnach sei "eine Absuche des Motorrades nach Spuren, die im Verlauf der damaligen Tat entstanden sein könnten, nicht mehr erfolgversprechend". Nach der langen Zeit des seitherigen Gebrauchs könnten durch eine molekulargenetische Untersuchung keine Erkenntnisse mehr gewonnen werden.