Prozess um Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus: Marc Bartra berichtet von "Todesangst"

Prozess um den Sprengstoffanschlag auf den BVB Bus: Marc Bartra machte am Montagmorgen eine Zeugenaussage
Prozess um den Sprengstoffanschlag auf den BVB Bus: Marc Bartra machte am Montagmorgen eine Zeugenaussage
© dpa, Leon Kuegeler, joh

29. Januar 2018 - 16:44 Uhr

BVB-Spieler müssen sich erneut an Attentat erinnern

Für die BVB-Profis sind es Szenen, die sie am liebsten vergessen würden: Am 11. April 2017 befindet sich der Mannschaftsbus auf dem Weg zum heimischen Stadion, als am Straßenrand mehrere Sprengsätze explodieren - ein gezielter Anschlag auf die Mannschaft. Im Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter Sergej W. müssen die Borussen-Profis die traumatischen Erlebnisse jetzt noch einmal Revue passieren lassen. Marc Barta machte am Montagmorgen vor dem Schwurgericht Dortmund den Anfang.

"Ich hatte Todesangst"

Mit Pierre-Emerick Aubameyang und Marc Bartra waren am Montag die ersten beiden Spieler zur Aussage vor das Dortmunder Schwurgericht vorgeladen. Richter Peter Windgätter hatte sich bewusst dafür entschieden, die beiden BVB-Profis als erste der Spieler vorzuladen. Denn wegen aktueller Wechselgerüchte fürchtete er, sie zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr als Zeugen vernehmen zu können.

Innenverteidiger Bartra erschien am Montagmorgen in Begleitung seines Anwaltes Alfons Becker vor Gericht. Der Spanier sagte jedoch nicht selbst aus, sondern ließ eine schriftliche Erklärung verlesen. In der Erklärung hießt es: "Ich hatte Todesangst. Ich habe das Geschehen bis heute nicht verarbeitet." Der Anschlag habe ihn demnach dauerhaft traumatisiert. "Wenn ich mich daran erinnere, geht es mir nicht gut", ließ der 27-Jährige verlauten. Er fürchtete demnach während des Anschlags, seine Familie nie wieder zu sehen.

Bartra war bei dem Attentat schwer verletzt worden und hatte einen offenen Bruch des Oberarms erlitten. Der Angeklagte Sergej W. hat den Anschlag bereits gestanden. Er hatte an der Börse auf den Absturz der BVB-Aktie spekuliert und den Anschlag verübt, damit die Aktie an Wert verliert. W. beteuert jedoch, dass er bei dem Anschlag niemanden töten wollte.

Vorerst keine Aussage von Aubameyang

Der mutmaßliche Attentäter hat die Tat bereits eingeräumt
Der Angeklagte Sergej W. im Landgericht Dortmund
© imago/Revierfoto, Revierfoto, imago sportfotodienst

Stürmerstar Pierre Emerick Aubameyang wird hingegen vorerst nicht wie geplant vor dem Dortmunder Schwurgericht aussagen. Anwalt Becker bestätigte dies am Rande des fünften Verhandlungstages. "Er wird heute nicht aussagen, weil er erkrankt ist", ließ er ausrichten. Laut Informationen der 'Bild'-Zeitung hat der gabunische Spieler hohes Fieber und muss daher zuhause bleiben. Schon lange gibt es Gerüchte über einen Wechsel Aubameyangs zum FC Arsenal. Angeblich stehen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss, sodass noch heute eine Entscheidung im Transferpoker fallen könnte.