Prozess nach Unfall bei Aachen

Fahrer (22) wollte Blitzer ausweichen – fünf Menschen starben

News Bilder des Tages Schwerer Unfall auf B19, Rettungskräfte in der Nacht des 06.10.2019 auf der Bundesstraße bei Utten
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25. Januar 2020 - 9:53 Uhr

Frontalcrash mit fünf Toten in der Nähe von Aachen

Ein 22-Jähriger will offenbar einer Radaranlage ausweichen und gerät in den Gegenverkehr. Es kommt zum Frontalcrash, bei dem fünf Menschen sterben. Gut ein Jahr nach dem Unfall bei Aachen hat am Freitag der Prozess gegen den jungen Autofahrer begonnen. Ihm werden fahrlässige Tötung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und verbotenes Autorennen vorgeworfen, wie eine Sprecherin des Aachener Amtsgerichts sagte. Nach Jugendstrafrecht drohen dem Mann demnach bis zu fünf Jahre Haft. Der Prozess findet in nicht-öffentlicher Sitzung vor dem Jugendschöffengericht statt.

Aachen: Unfallverursacher soll unter Erinnerungslücken leiden

Der Verteidiger des 22-Jährigen, Osama Momen, kündigte an, dass sich der Deutsche über seinen Anwalt zu den Vorwürfen äußern werde. "Die Tatvorwürfe werden nicht abgestritten, jedenfalls nicht in Gänze", sagte Momen vor dem Prozessbeginn. Sein Mandant leide unter Gedächtnisverlust und Erinnerungslücken.

22-Jähriger wollte Kontakt der Radaranlage umfahren

Die Polizei war nach damaligen Angaben davon ausgegangen, dass der junge Mann in jener Nacht im Dezember 2018 zu schnell auf der Landstraße zwischen Stolberg und Aachen unterwegs war. An einem Blitzer soll er einen Schlenker auf die Gegenspur gemacht haben – offenbar, um den Kontakt der Radaranlage zu umfahren.

Dabei stieß er nach früheren Polizeiangaben frontal mit einem Auto zusammen, in dem eine 44-Jährige mit ihren 16 und 17 Jahre alten Kindern saß. Die Mutter und ihre Kinder starben. Auch eine 21-Jährige und ein 22-Jähriger, die in dem Auto des Angeklagten gesessen hatten, überlebten nicht. Sechs Angehörige der Opfer sind Nebenkläger.

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben keinen Beweis für ein illegales Autorennen mit einem weiteren Wagen gefunden. Dem Gesetz nach ist aber auch ein sogenanntes Alleinrennen illegal. Für das Verfahren sind bis zum 12. Februar fünf Verhandlungstage geplant.