Prozess nach tödlichem Streit in Sachsen

Schüler verprügelt Nachbarn, Tod durch Herzversagen - Opfer war sein Opa

07. Februar 2020 - 12:03 Uhr

Nachbarschaftsstreit in Sachsen endet tödlich

Immer wieder hatte sich Thomas N. beim Vermieter über seine damals 19 und 18 Jahre alten Nachbarn Markus U. und Joel G. beschwert: Die Lautstärke und Partys raubten ihm den letzten Nerv. Eines Abends platzte dem 58-jährigen Frührentner endgültig der Kragen, als die beiden stark alkoholisiert im Hausflur randalierten. Er stellte die beiden zur Rede. Daraufhin prügelten sie ihn in seiner eigenen Wohnung zu Tode. Seit Mittwoch müssen sich die beiden Schüler vor dem Landgericht Zwickau wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Beim Prozessbeginn kam ein aufsehenerregendes Detail ans Licht.

Opfer war offenbar der Großvater von Joel G.

Nachdem der Frührentner Markus U. (20) und Joel G. (19), die eine Etage über ihm wohnten, am 13. August 2019 im Hausflur im Mehrfamilienhaus im sächsischen Limbach-Oberfrohna zur Rede stellte, eskalierte die Situation. Sie beiden traten die Tür ihres Nachbarn ein und prügelten hemmungslos auf ihn ein. Als der 58-Jährige blutüberströmt zusammensackte, gingen die Schläger in ihre Wohnung zurück und spielten Videospiele. Nach 20 Minuten gingen sie wieder in seine Wohnung und traten nochmal auf ihn ein. Das Opfer litt unter Herzproblemen. Eine Obduktion hatte ergeben, dass N. an stressbedingtem Herzversagen gestorben war.

"Es war keine Absicht, ihn zu töten"

Am Mittwoch standen die beiden Angeklagten vor Gericht. Sie hatten die Tat bereits gestanden. "Es war keine Absicht, ihn zu töten", sagte Markus U. Bei der Rückkehr hätte er den Puls und den Atem des 58-Jährigen gespürt. Sein Kumpel Joel G. bezeichnet sich hingegen nur als Mitläufer. "Markus hatte die Idee. Ich habe einmal zugeschlagen und getreten, mehr nicht", verteidigte er sich. Als der Nebenkläger fragte, ob er denn wisse, auf wen er denn da eingeschlagen habe, antwortete er: Ja, meinen Opa. Nach eigener Aussage hatte er erst davon erfahren, nachdem er auf seinen Großvater eingeschlagen hatte.

Für den Prozess sind bis Anfang März vier Verhandlungstage angesetzt und sechs Zeugen geladen.