Prozess in Münster: Bashkin B. soll Sohn (3) seiner Ex-Freundin zu Tode misshandelt haben

17. Mai 2018 - 11:04 Uhr

Ilyas starb vier Tage später im Krankenhaus

Es ist der wohl schlimmste Albtraum jeder Mutter: Eine Frau aus Dorsten-Wulfen (Nordrhein-Westfalen) fuhr abends nur noch mal schnell los, um etwas zu essen zu kaufen. Ihr drei Jahre alter Sohn Ilyas lag schon im Bett, darum ließ sie ihn mit ihrem damaligen Lebensgefährten Bashkin B. alleine. Als sie zurückkam, war das Kind so schwer am Kopf verletzt, dass es vier Tage später starb.

Nur der Angeklagte weiß, was an dem Abend passierte

Der schreckliche Abend war im Januar 2016 – nun steht der inzwischen 33-Jährige wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Münster vor Gericht. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind noch einmal wach wurde, als die Mutter unterwegs war. Was dann genau passierte, weiß nur der Angeklagte selbst. Fest steht: Der Kopf des Kindes wurde brutal vor einen harten Gegenstand – vermutlich die Fliesen im Bad – geschlagen.

Bashkin B. sagte aus, der Tod des Jungen sei ein Unfall gewesen. Das Kind sei auf dem Weg zur Toilette ausgerutscht und hingefallen. Doch er verstrickte sich immer weiter in Widersprüchen. In einer anderen Version, die er der Polizei erzählte, lief das Kind vor die Badezimmertürklinke und fiel bewusstlos um. Die Rechtsmediziner, die Ilyas' Leiche obduzierten, sind sich aber sicher, dass die schweren Verletzungen des Jungen nicht von einem Sturz stammen können.

Ilyas hatte Angst vor Bashkin B.

Als das Kind bewegungslos auf dem Boden liegen blieb, habe er noch versucht, Ilyas mit einer kalten Dusche und einer Herzdruckmassage wieder zu Bewusstsein zu bringen, sagte der Angeklagte aus. An dem Abend war der kleine Junge zwar das erste Mal alleine mit dem neuen Lebensgefährten der Mutter, es war aber anscheinend nicht das erste Mal, dass der Mann gewalttätig wurde. Ilyas habe Angst vor Bashkin B. gehabt, gab seine Mutter vor Gericht zu.

Obwohl der Angeklagte dringend tatverdächtig ist, sitzt er nicht in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung drohen Bashkin B. zwischen drei und 15 Jahren Gefängnis – je nachdem, wie die Richter die Tat bewerten. Bis dahin ist der 33-Jährige aber auf freiem Fuß.