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Prozess in Lübeck: Stiftete die Ehefrau den Mörder ihres Mannes zur Tat an?

Stiftete die Ehefrau den Mörder ihres Mannes zur Tat an?
Stiftete die Ehefrau den Mörder ihres Mannes zur Tat an? 2006: Unternehmer brutal ermordet 02:24

Sie hatte eine sexuelle Beziehung zum Täter

Ist Christine B. eine trauernde Witwe oder hat sie eiskalt den Mord an ihrem Ehemann herbeigeführt? Mit dieser Frage muss sich jetzt das Landgericht Lübeck befassen. Die Tat liegt lange zurück, im Jahr 2006 wurde der Unternehmer Hans-Micheal B. in seinem Haus in Neustadt im Kreis Ostholstein mit zahlreichen Messerstichen so schwer verletzt, dass er zwei Monate später starb. Der Täter: Dennis D., damals 19 Jahre alt. Er wird zu einer Jugendstrafe von acht Jahren Haft verurteilt. Weil er ein sexuelles Verhältnis zu der Frau hatte, steht sie unter Verdacht, ihn angestiftet zu haben.

Bei einer Verurteilung droht Christine B. lebenslange Haft.

Im Prozess gab der heute 32-Jährige an, er habe mit Christine B. abgemacht, ihren Ehemann zu töten und die Tat auf sich zu nehmen. Die heute 64 Jahre alte Frau soll den Täter ins Haus ihres Ehemannes gelassen haben. Ihr wird deswegen Beihilfe zum Mord vorgeworfen.

Die Angeklagte hatte bereits zu Prozessbeginn im Mai gestanden, eine sexuelle Beziehung zu dem damals 20-Jährigen gehabt zu haben. Von seinem Mordplan habe sie aber nichts gewusst, sagte sie jetzt.

Der 20-Jährige hatte den Unternehmer in seinem Haus in Neustadt im Kreis Ostholstein mit zahlreichen Messerstichen so schwer verletzt, dass er zwei Monate später starb. D. war deshalb Ende 2006 zu einer Jugendstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Aus der Haft heraus hatte er der Witwe glühende Liebesbriefe geschrieben und sie gleichzeitig um größere Geldbeträge gebeten. Diese Briefe wurden am Mittwoch im Gericht verlesen. Bei seiner Vernehmung vor einer Woche hatte er dagegen ausgesagt, er habe die Frau nie geliebt.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis heiratete er Verena D., sie ist 67 Jahre alt. Im Interview (siehe Video) stützt sie die Behauptung ihres Ehemannes, er sei von Christine B. zu der schrecklichen Tat verleitet worden. Fünf Verhandlungstage hat das Gericht angesetzt um die Wahrheit ans Licht zu bringen, B. droht eine lebenslange Haftstrafe. Ein Urteil soll kommende Woche fallen.

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