Prozessbeginn nach Mord im Rendsburger "Pelli-Hof"

Hamza D. soll die Mutter seines Kindes erwürgt haben: "Meine Seele ist leer. Ich weiß nicht, wie es passiert ist"

Mord im Hotel in Rendsburg
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05. August 2020 - 13:32 Uhr

Mord im Hotelzimmer

Hamzda D. ist wegen Totschlags angeklagt: Er soll am 13. Februar dieses Jahres im Rendsburger Hotel "Pelli-Hof" die Mutter seines Sohnes umgebracht haben. Die Leiche von Ann-Kathrin K. wurde später von der Polizei entdeckt, neben ihr lag das unverletzte, sechs Monate alte Baby.

"Es ist schwer über diesen Tag zu sprechen", erzählt der Angeklagte Hamza D. am Mittwoch vor dem Landgericht Kiel. "Mir ging es nicht gut zu dem Zeitpunkt." Von seiner Ex-Freundin ist der 25-Jährige getrennt, das gemeinsame sechs Monate alte Baby darf er wegen einer Kontaktsperre nicht sehen. "Mein Vater ist gestorben. Ich habe oft draußen geschlafen, wie ein Junkie. Ich habe viel getrunken und Drogen genommen", versucht Hamzda D. weiter seine mutmaßliche Tat zu erklären.

"Ich weiß nicht, wie es passiert ist"

Hamza D. schaut während des Gerichtstermins auf den Boden – laut RTL-Reporter wirkt er reumütig. "Ich weiß nicht, wie es passiert ist. Mir ist schwindelig geworden, ich wusste nicht, was ich machen sollte", erklärt der Angeklagte die Tat. Er soll die junge Mutter seines Kindes erwürgt haben. Dafür muss er sich nun vor Gericht verantworten. Das Urteil wird am 31. August erwartet.

Hamza D. war vorher schon straffällig

Hamza D. war bereits 2014 in seiner ersten Ehe in Schweden auffällig: Er soll seine damalige Frau geschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft erließ daraufhin ein gesetzliches Kontaktaufnahmeverbot. Kurz darauf musste er aufgrund von Gewalt an seiner und auch anderen Frauen in Haft. Allerdings wurde er vorzeitig entlassen und aus Schweden ausgewiesen.

Der 25-Jährige hat in Tunesien gelebt und ist dort sieben Jahre zur Schule gegangen, bevor er eine Ausbildung zum Maler gemacht hat. 2010 hat er das Land verlassen und ist nach Schweden gezogen - sein Antrag auf Asyl wurde abgelehnt. 2014 ist er zum zweiten Mal nach Schweden gezogen, wo er seine damalige Frau geheiratet hat.

Freundin von Ann-Kathrin K. ahnte Schlimmes

Lea* erfuhr über Facebook, dass in Rendsburg (Schleswig-Holstein) eine Frauenleiche gefunden wurde – neben einem lebenden Baby. Als sie dann las, wie alt das Opfer war und woher es stammte, hatte sie schon ein ganz schlechtes Gefühl. Sie fragte bei Bekannten nach und dann war klar: Ihre Freundin Ann-Kathrin K. ist tot. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie von ihrem 25 Jahre alten Ex-Partner umgebracht wurde. Im Video erzählt Lea, die nicht erkannt werden möchte, was für ein Mensch ihre Freundin war.

*Name von der Redaktion geändert