Ist eine Feier eskaliert?

Mann bewusstlos geschlagen und auf Gleise gelegt: Prozess gegen zwei Männer in Hannover

Prozessauftakt nach Tötungsversuch in Hannover
© dpa, Julian Stratenschulte, jst hjb

07. April 2020 - 15:26 Uhr

Bewusstloser Mann in Hannover auf die Gleise gelegt

Es ist schon dunkel, als Passanten im Oktober 2019 einen bewusstlosen Mann auf den Straßenbahnschienen im Hannoveraner Stadtteil Kirchrode liegen sehen. Sie alarmieren die Polizei. Die Beamten können den Mann gerade noch von den Gleisen ziehen und eine herannahende Straßenbahn stoppen. Nun stehen die Männer, die ihn verprügelt und dort abgelegt haben sollen, vor dem Landgericht Hannover.

Die mutmaßlichen Täter und das Opfer kannten sich

Sowohl die beiden Angeklagten, Raivis P. und Mareks P., als auch das Opfer sind Bauarbeiter aus Lettland, die in Hannover gemeinsam in einem Haus gelebt haben. In der Tatnacht sollen sich die Männer betrunken haben. Es soll dann zu einem heftigen Streit gekommen sein, die zu einer Prügelei führte. Warum sich die drei Männer stritten und dieser Streit so eskalieren konnte, bleibt beim Prozessauftakt aber weiterhin offen.

Opfer sollte wohl von Straßenbahn überrollt werden, um Prügelei zu vertuschen

Die Staatsanwaltschaft Hannover geht davon aus, dass die beiden mutmaßlichen Täter das Opfer bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und getreten haben. Um diese Tat zu vertuschen, soll Raivis P. das Opfer schließlich auf die Gleise gelegt haben. Dort sollte der Mann laut Anklage von einer Straßenbahn überrollt werden.

Opfer kommt nicht ins Gericht

Beide Männer wurden direkt nach der Tat zunächst festgenommen, dann aber wieder freigelassen. Aufgrund von belastenden Zeugenaussagen sitzt Raivis P. allerdings seit Dezember in Untersuchungshaft.

Dem Opfer wurde laut Anklage in der Tatnacht die Nase gebrochen. Es soll Schwellungen im Gesicht und Einblutungen am Auge gehabt haben. Außerdem sei sein Rücken durch diverse Schürfwunden verletzt worden. Lebensbedrohlich sei der Zustand des Opfers nicht gewesen. Wie es dem Mann heute geht und ob er in seine Heimat Lettland zurückgekehrt ist, ist nicht bekannt.