Sechs Fußgänger seit Dezember verletzt

Prozess in Hamburg: Mann (59) griff zufällig ausgewählte Passanten brutal an

20. Mai 2020 - 20:15 Uhr

Polizei nahm 59-jährigen Mann fest

Egal ob alt, jung, männlich oder weiblich - in Hamburg hat ein Mann zwischen Dezember 2019 und Februar 2020 bei verschiedenen Fahrten mit seinem Auto gestoppt und zufällig ausgewählte Passanten brutal angegriffen. Die Polizei konnte den 59-Jährigen Mitte Februar festnehmen. Vor dem Amtsgericht startete nun der Prozess gegen René K.

Vier Personen erlitten schwere Gesichtsverletzungen

René K. soll sechs Menschen attackiert haben. In vier Fällen soll er den Personen so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass die Betroffenen zum Teil schwere Gesichtsverletzungen erlitten. Einen Mann stieß der Angeklagte zudem von hinten zu Boden. Einem weiteren Passanten sprang er mit ausgestrecktem Bein in die rechte Körperseite und brachte ihn dadurch zu Fall. Am ersten Prozesstag hat der Angeklagte die Taten zugegeben. "Es tut mir sehr leid", ließ er durch die Anwältin verlesen. Er soll zu allen Opfern schriftlich Kontakt haben und sich bei ihnen entschuldigt haben. Fünf seiner Opfer soll René K. Geld gezahlt haben.

Opfer Andreas H. vor Gericht: "Mir ist das Grinsen aufgefallen"

"Ich bin an der Straße entlanglaufen, dann ging ein Mann an mir vorbei, es gab keinen Körperkontakt, der Mann hat gegrinst, plötzlich schubste er mich", erzählte der 58-jährige Andreas H., "Mir ist das Grinsen aufgefallen".  Ein weiterer Zeuge erzählte vor Gericht, dass er zwar keine Schläge abbekommen habe, aber aus heiterem Himmel in einem Fitnesscenter vom Angeklagten als "Schwuchtel" und "Arschficker" beschimpft worden sei.

"Der kam auf mich zu, schlug zu und dann knallte das", erinnert sich Rolf Kriegelstein (77) vor Gericht. Im Video erzählt der Rentner, wie der Angeklagte ihm sogar den Kiefer brach.

Der Mann konnte überführt werden, weil alle Taten eins gemeinsam hatten: Der Angreifer verließ den Tatort mit einem grauen Auto. Mithilfe von Zeugenaussagen kam die Polizei auf die Spur des 59-jährigen Tatverdächtigen. Bei der Verhaftung hatte René K. ein Tierabwehrspray und ein Schlagwerkzeug bei sich. Außerdem fanden die Beamten in seinem Auto ein Messer griffbereit in der Mittelkonsole.