Sinisa K. soll sechs Frauen vergewaltigt haben

Prozess gegen Serienvergewaltiger von Berlin beginnt: "Dieser Mann ist hochgradig gefährlich"

Sinisa K. räumt die Taten ein.
Sinisa K. räumt die Taten ein.
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17. Februar 2021 - 18:03 Uhr

Sinisa K. soll immer wieder Frauen in und um Berlin überfallen haben

In Berlin hat der Prozess gegen den Serienvergewaltiger Sinisa K., der letzten Sommer ganz Berlin/Brandenburg in Atem gehalten hat, begonnen. Auf brutalste Weise hat der 30-jährige Serbe im Juni letzten Jahres sieben Frauen im Alter von 14 bis 27 angegriffen und sechs von ihnen vergewaltigt. Unsere Reporterin Franca Pörsch hat den Prozessauftakt für uns verfolgt.

Vergewaltiger räumt die Taten ein

Sinisa K. ist ruhig, hat den Kopf gesenkt und runzelt nur hier und da die Stirn, während eine Dolmetscherin ihm die Anklageschrift übersetzt. Seine Körperhaltung ist etwas eingefallen. Zu den Anwälten und Zuschauern im Saal schaut er nicht. Nur am Ende blickt er hoch, als der Richter wissen möchte, ob er sich einlassen, also etwas zu den Taten sagen möchte.

Dann lässt er durch seinen Anwalt verlauten: "Mein Mandant räumt die Taten ein, so wie sie in der Anklage stehen. Außerdem empfindet er Reue." Besonders der letzte Satz ist angesichts seiner Vorstrafen (K. saß bereits mehrere Jahre wegen Vergewaltigung im serbischen Gefängnis) ziemlich unglaubwürdig.

Mal dauerte eine Vergewaltigung nur kurz, manchmal Stunden

Die Frauen, die in den meisten Fällem alltäglichen Dingen wie Joggen oder Rad fahren nachgegangen waren, bevor sie überfallen wurden, waren nicht vor Ort. Zu tief sitzt immer noch der Schock über das Erlebte und zu groß ist die Angst vor einer Retraumatisierung. Das bestätigt Anwalt Roland Weber, der ein 27-jähriges Opfer von Sinisa K. vertritt.

Die Vorgehensweise - so gemein wie perfide: Fast immer hat er die Frauen auf Englisch angesprochen und ihnen eine unverfängliche Frage gestellt. Ein 14-jähriges Opfer verfolgte er auf dem Fahrrad. Sobald er ihre Aufmerksamkeit hatte, soll er die Jugendliche gepackt sie in einen nahegelegenen Wald gezerrt haben. Wenn sich die Opfer gewehrt hätten, habe er sie gewürgt und dann vergewaltigt. Mal in kurzer Zeit, mal seien die Frauen stundenlang in seiner Gewalt gewesen.

"Dieser Mann ist hochgradig gefährlich und eine Gefahr für die Allgemeinheit.", so Roland Weber. Er hofft, dass es den Opfern erspart bleibt, bei dem Prozess gegen Sinisa K. aussagen zu müssen. Die Chancen dafür stehen gut. Was er aber genau zu den Taten sagt, wird sich in den kommenden Prozesstagen zeigen. Sicher ist, für die Vergewaltigungen in besonders schweren Fällen droht ihm eine hohe Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Auch eine Sicherungsverwahrung kommt in Frage, weil der Täter immer wieder zugeschlagen haben soll.