Prozess gegen mutmaßlichen IS-Kämpfer nach Ostern

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: Copyright: pixabay.com/Decker & Böse Rechtsanwaltsgesel/obs/Symbolbild
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06. April 2020 - 14:21 Uhr

Ein mutmaßlicher Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) muss sich vom 24. April an wegen Kriegsverbrechen an der Minderheit der Jesiden vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt verantworten. Dem aus dem Irak stammenden Angeklagten werden Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Menschenhandel und der Mord an einem fünfjährigen jesidischen Mädchen vorgeworfen.

Aufgrund der Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie können nur deutlich weniger Zuschauer als üblich den Prozess verfolgen. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin werden einzelne Plätze gesperrt, um im Zuschauersaal einen Abstand von jeweils 1,50 Metern zu gewährleisten.

Der Mann soll laut Anklage der Bundesanwaltschaft aus einer Gruppe von jesidischen Gefangenen heraus eine Frau und ihre fünf Jahre alte Tochter gekauft und versklavt haben. Zusammen mit seiner damaligen Frau, die in einem anderen Verfahren angeklagt wurde, soll er die beiden nur unzureichend versorgt und wiederholt geschlagen haben. Bei einer Bestrafungsaktion soll er das Mädchen im Freien an ein Fenster gefesselt habe. Das Kind war bei Temperaturen bis zu 50 Grad schutzlos der Hitze ausgeliefert und starb qualvoll, so die Anklage.

Quelle: DPA