Prozess gegen IS-Mädchen Leonora beginnt im Januar in Halle

Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
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30. November 2021 - 15:30 Uhr

Halle (dpa/sa) - Im Strafverfahren gegen die mutmaßliche IS-Kämpferin Leonora M. hat das Oberlandesgericht Naumburg die Anklage
zur Verhandlung zugelassen. Der Prozessauftakt sei für den 25. Januar im kommenden Jahr im Justizzentrum in Halle geplant, teilte das Oberlandesgericht am Dienstag mit.

Die im Jahr 1999 geborene Leonora soll sich 2015 nach Syrien begeben und sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben. Zwischen 2015 und 2017 habe sie in Syrien gelebt, sich um den Haushalt gekümmert und "dadurch die Tätigkeit ihres Ehemannes für den Islamischen Staat gefördert", hieß es in der Mitteilung des Gerichts.

Die Angeklagte habe darüber hinaus eigenständig für den Islamischen Staat gearbeitet. Sie sei für drei Monate in einem Krankenhaus der Organisation eingesetzt gewesen und habe außerdem für den IS-Geheimdienst gearbeitet, teilte das Gericht mit. Im Januar 2019 habe sie sich schließlich kurdischen Einheiten gestellt und bis zu ihrer Rückkehr 2020 in verschiedenen Flüchtlingslagern befunden.

Die Anklage der Bundesanwaltschaft wirft der Angeklagten unter anderem die Beteiligung an der ausländischen terroristischen Vereinigung Islamischer Staat und Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Sie habe die vorgeworfenen Taten zunächst als strafrechtlich verantwortliche Jugendliche und später als Heranwachsende begangen, erklärte das Oberlandesgericht.

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Quelle: DPA