Prozess gegen illegalen Welpenhändler in Hessen

22. August 2018 - 21:36 Uhr

Malteser-Welpe hatte lebensbedrohliche Krankheit

Die organisierte Mafia macht Millionengewinne mit dem Welpenhandel. Sie transportieren Tiere aus Osteuropa und verkaufen sie über Internetportale. Auch 'Krümel', der Malteserwelpe von Ursula Wimmer, kam über diesen Weg nach Deutschland. Der Vierbeiner hatte eine lebensbedrohliche Krankheit, ohne dass sein neues Frauchen davon wusste. Nun muss sich der Händler vor Gericht verantworten.

Welpenhandel von der Slowakei nach Deutschland

Martin M. soll seit vielen Jahren Welpen aus der Slowakei über eBay-Kleinanzeigen an Privatkäufer verscherbeln, das behauptet die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. So kam auch Ursula Wimmer zu ihrem Malteser-Welpen. Sie hat nun gegen den Händler geklagt, da ihr 'Krümel' schwer an Parvovirose, einer lebensbedrohlichen Infektionskrankheit, und Dünndarm-Parasiten erkrankt war. 'Krümel' hat die Krankheit überlebt und ist mittlerweile zwei Jahre alt. Jedoch sei der Vierbeiner wohl schon vorher infiziert gewesen, also noch vor dem Verkauf.

Dem Händler aus dem hessischen Bad Soden wurde am heutigen Mittwoch im Amtsgericht Königstein im Taunus der Prozess gemacht. Vor Gericht ließ sich Welpenfrauchen Wimmer auf einen Vergleich ein. Martin M. soll 1.500 Euro zahlen und ihr somit die Arztkosten für 'Krümel' erstatten. Noch ist nicht klar, ob sich der Angeklagte darauf einlässt.

Angeklagter wird nicht zum ersten Mal beschuldigt

Bereits im November 2017 gab es eine Razzia bei dem Angeklagten. In der Wohnung des 37-Jährigen wurden sieben Chihuahua-Welpen und zwei kleine Malteser gefunden. Die wenige Wochen alten Tiere waren in einem erbärmlichen Zustand – verwurmt und von Flöhen befallen. Vermutlich kommen die Welpen aus Züchtungen in Osteuropa.

Der Beschuldigte soll die Tiere in seinem Garten und in seiner Wohnung gehalten und über das Internet angeboten haben. Auf dem Online-Marktplatz eBay wurden die Vierbeiner als "kerngesund" beschrieben. Zu den Vorwürfen schwieg der Besitzer. Die neun Babyhunde kamen in ein Tierheim und wurden dort tierärztlich versorgt, der Beschuldigte wieder freigelassen.

Weitere Vorfälle in ganz Deutschland

Dieser Vorfall in Hessen ist in Deutschland leider kein Einzelfall. Auf der A6 nahe Grünstadt in Rheinland-Pfalz wurden vor einem Monat völlig dehydrierte und erschöpfte Welpen gerettet. Die sieben Hundebabys wurden aus einem Transporter an einer Raststätte geborgen und direkt in eine Tierklinik gebracht.

Die organisierte Mafia macht Millionengewinne mit dem Welpenhandel. Die Hintermänner werden nur ganz selten geschnappt. Selbst die Polizei hat große Probleme damit, gegen den organisierten Handel vorzugehen. Mordanschläge der Mafia gegen Tierschützer sind schon längst Realität geworden.

Vorsicht bei günstigen Angeboten im Internet!

Doch wie können sich die Käufer schützen? Besonders bei günstigen Angeboten auf Internetplattformen oder bei Zeitungs-Inseraten sollte man äußerst vorsichtig sein. Besser ist es, sich direkt an anerkannte Hundezüchter oder das Tierheim zu wenden. Denn dort warten viele Hunde auf ein neues Zuhause.