Er würgte Anastasia P., bis ihr schwarz vor Augen wurde

Prozess gegen Fernfahrer in Frankfurt: Joggerin überfallen und misshandelt

Joggerin im Wald (Symbolbild)
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09. April 2020 - 14:35 Uhr

Frankfurt: 21-Jährige beim Joggen im Stadtwald angegriffen

Anastasia P. war am Abend des 30. September 2018 zum Joggen im Frankfurter Stadtwald, als sie plötzlich von einem Mann überfallen wurde. Der Täter riss die damals 21-Jährige zu Boden, misshandelte und missbrauchte sie. Nun steht ein 51-jähriger Fernfahrer aus Polen vor Gericht, der für den Übergriff bei Schwanheim verantwortlich sein soll. Es ist nicht das erste Mal, dass er sich wegen eines Sexualdeliktes verantworten muss.

Anastasia P. stellte sich tot, in der Hoffnung, der Täter würde dann von ihr ablassen

Laut Anklage würgte der Mann Anastasia P., "bis ihr schwarz vor Augen wurde". Während des Übergriffes stellte sich die junge Frau zeitweise sogar tot, weil sie hoffte, dass der Täter dann von ihr ablassen würde. Gerettet wurde Anastasia P. wohl letztlich durch einen Zufall: Eine Radfahrerin kam an der einsamen Stelle im Wald vorbei. Der Mann ließ daraufhin von seinem Opfer ab und flüchtete auf einem Fahrrad.

Der Täter habe "wirklich extrem Gewalt auf die Frau ausgeübt", erklärte Polizeisprecherin Isabell Neumann damals. "Es war auch so schlimm, dass man sagen kann, wenn der Täter mehr Zeit gehabt hätte zum Weitermachen, könnte es sein, dass die Frau durchaus auch in Lebensgefahr gekommen wäre." Die Frankfurter Staatsanwaltschaft wirft dem 51-Jährigen nun versuchten Mord und versuchte sexuelle Nötigung vor.

Anastasia P. erlitt äußerliche Verletzungen, aber auch an der Lunge, wie beim Prozessauftakt bekannt wurde. Die junge Frau ist rund anderthalb Jahre nach der Tat noch immer psychisch sehr belastet von dem, was ihr angetan wurde. Sie brach vor Gericht immer wieder in Tränen aus.

Landgericht Frankfurt am Main
Der Angeklagte wurde in seiner Heimat bereits vier mal wegen ähnlicher Delikte verurteilt.
© dpa, Fredrik von Erichsen, fve jhe rho fie wst rho

Angeklagter wurde in Polen bereits zu vier Haftstrafen wegen Sexualdelikten verurteilt

Der Tatverdächtige, der in Adamów, einem Dorf zwischen Warschau und Lublin, wohnt, wurde Anfang 2019 mithilfe gentechnischer Spuren in der Nähe von Nürnberg festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt ließ er über seinen Verteidiger erklären, dass er die Frau zwar überfallen habe, aber vergewaltigen oder töten wollte er sie angeblich nicht. Es sei ihm nur um Macht gegangen. Er habe eine Aggressionsstörung, so der Angeklagte in seiner Einlassung.

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Sie geht davon aus, dass der Mann die Frau zur "Befriedigung des Geschlechtstriebes" überfiel. Er wurde bereits vier Mal in seiner polnischen Heimat wegen ähnlicher Delikte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Staatsanwaltschaft will deshalb Sicherheitsverwahrung für den 51-Jährigen durchsetzen.