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Prozess gegen Autobahnschützen neu aufgerollt: Wie lange muss Fernfahrer ins Gefängnis?

Prozess gegen Autobahnschützen neu aufgerollt: Wie lange muss Fernfahrer ins Gefängnis?

Autobahnschütze aus Kall in der Eifel
Der wegen versuchten Mordes angeklagte Fernfahrer Michael K. sitzt auf der Anklagebank im Landgericht Würzburg.
dpa, Christiane Gläser

Urteil über neues Strafmaß ist für Mitte Januar erwartet

Vor mehr als einem Jahr ist der sogenannte Autobahnschütze aus Kall in der Eifel zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Nun könnte sich die Gefängnisstrafe von Michael K. leicht verringern. Der 59-jährige Fernfahrer hatte jahrelang auf Lkw-Anhänger geschossen und dabei auch Menschen verletzt. Weil der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil aber in Teilen wieder aufgehoben hatte, wurde der Fall nun am Landgericht Würzburg neu aufgerollt.

Der Fall musste erneut aufgenommen werden, weil der Bundesgerichtshof (BGH) das erste Urteil zum Teil kassierte. "Der BGH hat das Urteil vom Oktober 2014 in weiten Teilen bestätigt, nur einer der Schuldsprüche wurde aufgehoben", sagte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Würzburg am ersten Prozesstag. Dies betreffe die 108 Fälle wegen versuchten gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Die Richter waren überzeugt davon, dass sich der Fernfahrer in diesen Fällen lediglich wegen des Waffenbesitzes und der Sachbeschädigung schuldig gemacht hatte. Deshalb müsse nun die Gesamtstrafe neu verhandelt werden. Ob noch am Dienstag die Plädoyers gehalten werden könnten, war zunächst unklar. Am Vormittag wurden zunächst die Urteile des Landgerichts und des Bundesgerichtshofs verlesen.

Der Fernfahrer hatte aus Frust im Straßenverkehr zwischen 2008 und 2013 mehr als 700 Schüsse abgegeben. Er wurde unter anderem wegen vierfachen versuchten Mordes verurteilt, weil auch Menschen durch Querschläger verletzt worden waren. Das Urteil zum neuen Strafmaß wird bislang für den 12. Januar erwartet.