Proteste nach Tod von George Floyd

New York: Polizeiauto fährt in Demonstranten

02. Juni 2020 - 14:50 Uhr

Proteste in den USA eskalieren

Die Demonstrationen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd lassen nicht nach. In vielen US-Städten eskalierte die Situation immer mehr. Im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn fuhr ein Polizeiauto sogar in die Demonstranten, die versuchten, mit ihren Körpern die Straße abzusperren. Die Szene zeigen wir im Video.

Mindestens ein Toter und zwei Verletzte in Indianapolis

Nach Angaben des Senders CNN verhängten mindestens 25 Städte in 16 Bundesstaaten Ausgangssperren. Doch auch das hielt die Menschen nicht davon ab, ihrer Wut auf den Straßen Luft zu machen. Trotz der Ausgangssperren gingen Menschen die fünfte Nacht in Folge auf die Straße. Sie protestierten gegen Brutalität, Diskriminierung und Ungerechtigkeit gegenüber Menschen mit schwarzer Hautfarbe.

In Indianapolis im Bundesstaat Indiana wurde mindestens ein Mensch in der Nähe von Demonstratioen durch Schüsse getötet, wie der Sender NBC News unter Berufung auf die Polizei berichtete. Vize-Polizeichef Josh Barker zufolge gab es mindestens zwei Verletzte. Was genau geschah, war zunächst unklar. Auf Twitter schrieb die Polizei, ihre Beamten seien nicht beteiligt gewesen.

Proteste in Minneapolis nach dem Tod von George Floyd
Proteste in Minneapolis nach dem Tod von George Floyd
© REUTERS, LUCAS JACKSON, LJ

Trump macht Linksradikale Gruppen für die Gewalt verantwortlich

In Minneapolis im Bundesstaat Minnesota, wo Floyd am Montag nach dem Einsatz gestorben war, drängten Sicherheitskräfte Demonstranten mit Tränengas zurück. In anderen Städten von New York bis Los Angeles kam es ebenfalls zu Unruhen und auch zu Plünderungen.

Präsident Donald Trump machte linksradikale Gruppen für die Ausschreitungen verantwortlich und kündigte auf Twitter an, die Antifa solle in den USA als Terrororganisation eingestuft werden. Details ließ er zunächst offen.

Auch Journalisten wurden attackiert

In Minneapolis wurden zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters von Gummigeschossen verletzt. Die Aufnahmen des Reuters-Kameramanns zeigen wie ein Polizist direkt auf ihn zielt. Die beiden Mitarbeiter waren klar als Pressevertreter zu erkennen. Das Ereignis ist der bislang letzte Angriff auf Journalisten, die über die Proteste in den USA berichten. Am Freitag wurde ebenfalls in Minneapolis ein schwarzer CNN-Journalist vor laufender Kamera festgenommen, als er über die Kundgebungen in der Stadt berichtete.

Floyd war am Montagabend nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis gestorben. Einer von vier beteiligten Beamten saß dem 46-Jährigen minutenlang mit dem Knie im Nacken. Die Bitten des Afroamerikaners, ihn atmen zu lassen, ignorierte er. Inzwischen wurde Anklage gegen ihn erhoben. Forderungen wurden laut, auch die drei anderen Polizisten zur Rechenschaft zu ziehen.

Quelle: dpa, Reuters, RTL.de