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Proteste gegen Asylunterkunft in Freital bei Dresden

Proteste gegen Asylunterkunft in Freital bei Dresden

Hochburg der Pegida-Bewegung

Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth (CDU) hat sich besorgt gezeigt über die Demonstrationen gegen eine Asylunterkunft in Freital bei Dresden. "Manche Formulierungen der Rädelsführer enthalten zumindest zwischen den Zeilen Aufrufe zu Gewalt gegen Personen und Sachen", erklärte er. "Es ist unerträglich, wenn Menschen, die vor Terror auf der Welt geflohen sind, nun in sächsischen Unterkünften erneut in Angst und Schrecken versetzt werden."

Proteste gegen Asylunterkunft in Freital bei Dresden
In Freital zeigten Menschen auch Flagge für die Aufnahme von Asylbewerbern.
dpa, Arno Burgi

In Freital wurde ein früheres Hotel zur Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber umgewandelt. Seit Wochen gibt es dagegen Proteste. Am Dienstag demonstrierten den zweiten Abend in Folge rund 80 Menschen gegen die Unterbringung. Etwa 200 Menschen stellten sich ihnen nach Angaben der Polizei entgegen.

Im Anschluss wurden fünf Teilnehmer der Kundgebung zum Schutz der Flüchtlinge angegriffen. Ihr Auto sei auf der Rückfahrt nach Dresden zunächst von zwei Fahrzeugen verfolgt und bedrängt worden, sagte eine Sprecherin des Operativen Abwehrzentrums (OAZ). An einer Tankstelle habe ein Angreifer in der Nacht zu Mittwoch mit einem Baseballschläger auf die Frontscheibe des Wagens eingeschlagen. Dabei sei ein Insasse leicht verletzt worden. Das OAZ hat die Ermittlungen übernommen.

Freital gilt als Hochburg der Pegida-Bewegung. Schon bei der Gründung der selbst ernannten 'Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes' konnte deren Mit-Initiator Lutz Bachmann auf zahlreiche Unterstützer aus dem Ort bauen. Er hatte zu den Protesten gegen die Unterkunft aufgerufen.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Proteste gegen geplante Flüchtlingsheime gegeben, etwa in Tröglitz in Sachsen-Anhalt. Im April zündeten Unbekannte dort die fast fertige Unterkunft an.