Proteste gegen angebliche Koranverbrennung durch US-Truppen

Tausende Afghanen haben sich vor dem US-Stützpunkt Bagram versammelt, um gegen die angebliche Schändung und Verbrennung des Korans zu protestieren. Sicherheitskräfte versuchten mit Warnschüssen, die Menge aufzulösen, sagte die Sprecherin der Regierung der Provinz Parwan, Roschana Chalid. Auf der US-Basis eingesetzte afghanische Arbeiter hätten angebrannte Koran-Exemplare mitgebracht. Daraufhin hätten fast 3.000 Afghanen vor dem Feldlager protestiert. Muslimen gilt die Verbrennung sowie jede andere Schändung des Korans als Todsünde.

Die Internationale Schutztruppe Isaf räumte ein, dass Soldaten in Bagram muslimische Schriften wie den Koran "unangemessen entsorgt" hätten. Isaf-Kommandeur John Allen entschuldigte sich dafür und betonte, die Soldaten hätten nicht vorsätzlich gehandelt. Ihr Vorgehen sei sofort gestoppt worden und werde untersucht. "Das sichergestellte Material wird ordnungsgemäß durch die entsprechenden religiösen Obrigkeiten gehandhabt werden."