Protest nach tödlichem Schuss auf schwarzen Jugendlichen nimmt zu

27. Juli 2013 - 12:37 Uhr

Immer mehr Menschen fordern Gerechtigkeit für Trayvon

Nach dem tödlichen Schuss auf den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Trayvon (17) in Sanford/Florida nehmen die Proteste zu. Immer mehr Menschen verlangen die Strafverfolgung von George Zimmermann (28), der Trayvon im Februar während einer freiwilligen Patrouille in einem Wohngebiet erschoss. Zimmermann handelte angeblich in Notwehr. Für viele aber war es Mord. Sie vermuten ein rassistisches Motiv. Am Samstag forderten 2.000 Demonstranten in Washington 'Gerechtigkeit für Trayvon'.

Proteste in Florida nach Tod des 17-jährigen Trayvon Martin.
Proteste in Florida nach Tod des 17-jährigen Trayvon Martin. Ein Mitglied einer Bürgerwehr hatten den Unbewaffneten erschossen. Jetzt fordern viele US-Bürger eine Bestrafung des Schützen.
© REUTERS, JONATHAN ALCORN

Eine Online-Petition zur Strafverfolgung des Schützen zählt bereits 1,5 Millionen Mitglieder. Über Facebook und Twitter bringen immer mehr Menschen ihre Wut und ihren Zorn zum Ausdruck. Auch Barack Obama trauert um Trayvon. Der erste schwarze Präsident und Vater von zwei Töchtern äußerte sich schon am Freitag zum Vorfall. "Wenn ich einen Sohn hätte, würde er wie Trayvon aussehen", sagte er. "Wenn ich an diesen Jungen denke, denke ich an meine eigenen Kinder."

Wegen eines Kapuzenpullis erschossen

Auch Trayvon war fast noch ein Kind. Als er erschossen wurde, hielt er nur Süßigkeiten in der Hand. Trayvons Kapuzenpulli aber schien Zimmermann verdächtig. "Der Kerl scheint nichts Gutes im Schilde zu führen...", soll der Hobby-Polizist in einem Anruf bei der Polizei gesagt haben. "Diese Arschlöcher kommen immer davon." Laut US-Medien hat die Polizei ihm ausdrücklich geraten, nicht einzugreifen. Dennoch soll Zimmermann Trayvon verfolgt haben. Trayvon habe seine Freundin angerufen und ihr von der Verfolgung berichtet. "Lauf schneller", soll sie ihm geraten haben. Aber Trayvon konnte nicht entkommen.

Zimmermann beruft sich auf das umstrittene Recht namens 'Stand Your Ground'. Dieses erlaubt den Einsatz von Schusswaffen bei "gefühlter Gefahr". Die Behörden gingen wegen fehlender Beweise zunächst nicht gegen Zimmermann vor. Jetzt aber regt sich öffentlicher Widerstand. Mittlerweile haben sich mehrere Prominente eingeschaltet. So fordern auch drei Basketballstars der Miami Heat, LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh Gerechtigkeit. Wie viele Demonstranten trugen sie während ihrer Stellungnahme Kapuzenpullover. Die schwarze Separatistengruppe hat 10.000 Dollar Kopfgeld für die "Gefangennahme" Zimmermanns ausgesetzt. Trayvons Mutter weint im Fernsehen um ihren Sohn: "Mein Sohn hat keine Verbrechen begangen. Er hat den Tod nicht verdient."