Protest gegen Kirchengesetz in Ungarn

14. Februar 2016 - 8:48 Uhr

Namhafte ungarische Schriftsteller und Menschenrechtler haben in einem offenen Brief an EU und Europarat gegen das neue Kirchengesetz protestiert. Es sieht vor, das 300 Glaubensgemeinschaften die staatliche Anerkennung entzogen wird. Zu den Unterzeichnern gehören frühere Mitglieder der liberalen Opposition gegen die kommunistische Diktatur, wie die Schriftsteller György Konrad und György Dalos, der Philosoph Tamas Gaspar Miklos, der Architekt Laszlo Rajk und der liberale Politiker Gabor Demszky, berichtete die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Das neue Kirchengesetz verletze die Glaubensfreiheit und schaffe eine "soziale Katastrophe", weil kirchliche Sozialarbeit dadurch ausfalle, hieß es in dem Brief an EU-Kommissarin Viviane Reding und an den Europarats-Menschenrechtskommissar Thomas Hammarberg. Nach dem dem im Juli verabschiedeten Gesetz werden von bisher etwa 350 ungarischen Glaubensgemeinschaften nur 14 staatlich anerkannt, darunter mehrere christliche und jüdische Konfessionen.