Protest gegen Einschränkung der Pressefreiheit in Ungarn

10. Juni 2014 - 12:58 Uhr

Rund 1.000 Menschen haben im Zentrum von Budapest gegen die Einschränkung der Pressefreiheit und gegen die Unterdrückung der Zivilgesellschaft in Ungarn demonstriert. Aufgerufen zu der Kundgebung hatten der Blog 'Kettös Merce' (Doppeltes Maß) und Organisationen der Zivilgesellschaft. Unter dem Motto "Wer ist dieser Janos Lazar?" protestierten die Teilnehmer gegen jüngste Interventionen des Kanzleramtsministers. Unter anderen sollen diese zur Entlassung des Chefredakteurs von 'origo', dem größten Nachrichten-Portal im Land, geführt haben.

"Die Pressefreiheit ist keine Ware!", rief einer der Redner der Kundgebung. Eigentümer von «origo» ist Magyar Telekom, die sich wiederum mehrheitlich im Besitz der Deutschen Telekom befindet. Lazar, ein enger Vertrauter des rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban, soll im Zusammenhang mit der Verlängerung der Mobilfunk-Konzession wegen kritischer Berichte von 'origo' Druck auf Magyar Telekom ausgeübt haben. Sowohl das ungarische Telekom-Unternehmen als auch die deutsche Konzern-Mutter hatten die Berichte bestritten.