Während eines TV-Interviews

Protest gegen die AfD: Pappschild stiehlt Gauland die Show

Landtagswahl Brandenburg
Landtagswahl Brandenburg
© dpa, Monika Skolimowska, skm wok

02. September 2019 - 13:25 Uhr

AfD hat in Sachsen und Brandenburg deutlich über 20 Prozent

Die AfD hat etwas zu feiern. Schließlich war die Landtagswahl in Brandenburg und in Sachsen für die Partei ein voller Erfolg. In beiden Bundesländern kann sie sich über ein Wahlergebnis jenseits der 20 Prozent freuen.

01.09.2019, Brandenburg, Potsdam: Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, bedankt sich bei zwei Demonstranten die vor dem Landtag ein Plakat mit der Aufschrift "Rassisten sind keine Alternative" halten. Die Spitzenkandidaten bei der
Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, bedankt sich bei zwei Demonstranten, die vor dem Landtag ein Plakat mit der Aufschrift "Rassisten sind keine Alternative" halten.
© dpa, Kay Nietfeld, skm wok

Unter diesen Voraussetzungen dürfte es dem AfD-Chef Alexander Gauland und dem Spitzenkandidaten Andreas Kalbitz besonders leicht gefallen sein, für Interviews in das Wahlstudio des ZDF am Potsdamer Landtag zu kommen. Geduldig beantworteten die beiden Rechtspopulisten dort vor laufender Kamera live die Fragen der Journalisten.

Gauland wusste nichts von der Plakat-Aktion

Allerdings konnten sie nicht sehen, was während der Interviews hinter ihrem Rücken passierte. Der Fernsehzuschauer aber schon. Denn die Studiowand bestand aus Glas. Die Zuschauer konnten also die ganze Zeit beobachten, was draußen auf dem frei zugänglichen Platz vor dem Landtag los war. Dort hatten sich Demonstranten versammelt, die gegen die AfD protestierten. Bald schon sorgte ein selbstgemaltes Protestplakat mit der Aufschrift "Rassisten sind keine Alternative" für wesentlich mehr Aufmerksamkeit als das Politiker-Gerede.

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#RassistenSindKeineAlternative

Doch wie schaffte es das Anti-AfD-Plakat überhaupt in die Sendung? Ganz einfach: Es war kurz gesagt die sportliche Leistung eines Duos. Das Papp-Schild wurde von einer jungen Frau hochgehalten, die auf dem Rücken eines Mannes saß. Die beiden schauten offenbar auch genau, aus welcher Position die Kamera gerade filmte. Denn das Pappschild wechselte mehrfach seine Position und war deswegen immer gut im Rücken des gerade sprechenden Politikers zu sehen.

In den sozialen Netzwerken waren viele begeistert von der Plakat-Aktion. Unter dem Hashtag #RassistenSindKeineAlternative werden auch am Tag danach noch etliche Kommentare zu der Aktion getwittert. "Wer immer der/die Unbekannte mit dem Schild ist - ich feiere Dich hart!", heißt es zum Beispiel oder "Danke für das Schild!!!".

Vor allem AfD-nahe User fanden das Pappschild allerdings nicht so gut. Die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach kritisierte den öffentlich-rechtlichen Sender ZDF: "Einfach unglaublich, was das ZDF abliefert."