Eltern-Aufstand in Niedersachsen

Alleinerziehende Väter und Mütter fordern Corona-Ausnahmeregelungen

Coronavirus -  Homeschooling
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve

14. Januar 2021 - 14:11 Uhr

Protest aus der Not

Es ist ein offener Brief, der die Verzweiflung vieler alleinerziehender Eltern aus Niedersachsen ausdrücken soll. In dem Schreiben fordert der Verband alleinerziehender Mütter und Väter den Ministerpräsidenten Stephan Weil auf, endlich zu handeln und Maßnahmen zur Entlastung der überforderten Eltern zu ergreifen.

Die Belastbarkeitsgrenze ist erreicht

Die neuen Kontaktbeschränkungen machen es für Alleinerziehende fast unmöglich zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten zu organisieren. Die Arbeit im Home-Office oder im Büro und die parallele Betreuung der Kinder bringen viele der alleinstehenden Eltern ans Limit. Auch die Unterstützung der Familie, von Freunden oder Bekannten in Anspruch zu nehmen wird immer schwieriger.

Konkrete Forderungen

Damit sich an dieser Lage etwas bessert, fordert der Verband, die Kinder von Alleinerziehenden bis zu einem Alter von zwölf Jahren bei den Kontaktbeschränkungen nicht mitzuzählen. Außerdem solle die Vergabe der Notbetreuungsplätze an Kitas und Schulen von den Kommunen und nicht von den jeweiligen Einrichtungen geregelt werden, um einen verlässlichen Rahmen zu schaffen. Ein Recht auf Home-Office könnte darüber hinaus zu maßgeblicher Entlastung für Eltern führen.

Kleinkinder sind von Kontaktbeschränkung befreit

Bislang gilt in Niedersachsen grundsätzlich nur für Kinder bis drei Jahre eine Ausnahme von der Kontaktbeschränkung, nach der sich ein Haushalt mit lediglich einer weiteren Person treffen darf. Allerdings sind Treffen von Kindern aus verschiedenen Haushalten im Rahmen einer regelmäßig organisierten privaten Betreuung erlaubt.

Quelle: DPA / RTL.de