Tierschützer protestieren

Tote Delfine vor dem französischen Parlament

03. Februar 2021 - 15:29 Uhr

„Tausende solcher Delfine werden jedes Jahr massakriert, damit man Fisch essen kann“

Eindringlicher Protest vor dem französischen Parlament in Paris: Tierschützer legten vier tote Delfine auf das Pflaster, um auf tausende Tiere hinzuweisen, die jährlich als sogenannter Beifang aus dem Meer gefischt und sinnlos getötet werden. Dazu präsentierten die Aktivisten der Gruppe Sea Shepard ein Transparent mit der Aufschrift: "Tausende solcher Delfine werden in Frankreich jedes Jahr massakriert, damit man Fisch essen kann." Bilder der Aktion im Video.

"Ozean ist ein Minenfeld für Delfine geworden"

Activists stand by four dead dolphins they spread on the cobblestones outside France's parliament, in Paris, Tuesday Feb. 2, 2021 to urge safer fishing industry practices to protect dolphins from fatal encounters with fishing nets. The banner reads "
Die toten Tiere wurden an der Atlantikküste angespült, so Sea Shepherd.
© AP, Christophe Ena, CE

Die toten Delfine seien am Montag an der Atlantikküste in der Region Vendee angespült worden, hieß es in einer Mitteilung. Tierschützer fordern bereits seit langem, den Fischfang in bestimmten Gegenden zu begrenzen und Schutzzeiten einzuführen. Zudem verlangen sie, die Boote mit Kameras auszurüsten, so dass überprüft werden kann, mit welchen Methoden gefischt wird. Auf einigen Booten sind mittlerweile akkustische Systeme vorgeschrieben, um Delfine abzuschrecken. Das geht den Aktivisten allerdings nicht weit genug.

"Wir haben Hunderte von Fischerbooten, die jeden Tag Zehntausende Kilometer Fischernetze im Golf der Gascogne einsetzen", kritisieren sie. Der Ozean sei "ein Minenfeld" für die Tiere geworden. Noch immer würden die Meeressäuger getötet. Frankreich sei zu einem "Delfinfriedhof" geworden. "Heute ist der Delfin-Beifang durch Fischereifahrzeuge die größte Bedrohung für das Überleben dieser Art", so Sea Shepherd.

Kritik an Meeres-Ministerin

Activists stand by four dead dolphins they spread on the cobblestones outside France's parliament, in Paris, Tuesday Feb. 2, 2021 to urge safer fishing industry practices to protect dolphins from fatal encounters with fishing nets. The banner reads "
Eindringlicher Protest vor dem Parlament in Paris.
© AP, Christophe Ena, CE

Schuld daran habe auch die Politik. Annick Girardin, Ministerin für maritime Angelegenheiten, müsse sich "als Meeresministerin verhalten, nicht als Fischereiministerin", hieß es weiter. Ein Gesetzesentwurf gegen Tiermissbrauch lasse Landwirtschaft und Fischerei unberücksichtigt und konzentriere sich auf weniger kontroverse Themen wie Zirkustiere, kritisieren die Aktivisten.

Beifang sind in der Fischerei Fische und Meerestiere, die nicht das eigentliche Beuteziel der Boote sind. Der Beifang wird nur zum Teil verwertet, größtenteils jedoch als Abfall zurück ins Meer geworfen. Oft überleben die Tiere das nicht oder werden schwer verletzt.

Die Umweltorganisation Greenpeace schätzt, dass circa 300.000 Delfine pro Jahr ums Leben kommen. Die Gesamtmenge des Beifangs schätzt die Organisation auf bis zu 27 Millionen Tonnen.