Protest der IG Metall gegen Leiharbeit

© dpa, Ingo Wagner

01. März 2011 - 12:28 Uhr

Ist Ihr Gehalt angemessen?

Gleiche Arbeit, weniger Lohn, das ist das Problem der vielen Leih- und Zeitarbeiter in deutschen Unternehmen. Leih- oder Zeitarbeiter sind Arbeitskräfte, die z.B. bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt sind und von dieser Zeitarbeitsfirma anderen Firmen, die gerade akuten Bedarf an Arbeitskräften haben, zur Verfügung stellen.

Mit Protestaktionen in mehr als 1.000 Betrieben hat die IG Metall gegen diese Leiharbeit und andere Formen unsicherer Beschäftigung demonstriert. Die Gewerkschafter verlangten gleiche Bezahlung von Stamm- und Leiharbeitern sowie weniger befristete Anstellungen.

Gewerkschaftschef Berthold Huber geißelte in Braunschweig die Zunahme sogenannter Werks- und Dienstverträge als "neue Krankheit des Arbeitsmarktes". Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie wiesen die Vorwürfe zurück. Leiharbeit spiele in der Branche nur eine kleine Rolle.

Die IG Metall hat nach eigenen Angaben bereits in 800 bis 900 Betrieben Vereinbarungen durchgesetzt, mit denen die Leiharbeiter tariflich besser gestellt werden. Dies könne gesetzliche Regeln aber nicht ersetzen. Gewerkschaftschef Huber griff daher auch die Bundesregierung scharf an. Es sei beschämend, dass in den Hartz-IV-Verhandlungen die Gleichbezahlung nicht festgeschrieben worden sei.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall warf der IG Metall vor, mit falschen Behauptungen Unruhe in den Betrieben zu stiften. Unbefristete Vollzeitbeschäftigung sei der Normalfall in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie, erklärte Hauptgeschäftsführerin Gabriele Sons in Berlin. Der Anteil von Zeitarbeit oder Befristungen liege im kleinen einstelligen Bereich und sei für die Flexibilität der Unternehmen notwendig.