Protest auch in Saudi-Arabien - Reformen gefordert

14. Februar 2016 - 8:48 Uhr

Nach den Demonstrationen in Tunesien und Ägypten regt sich auch in Saudi-Arabien Widerstand. Dort sind Proteste gegen die Regierung äußerst selten. In der Hauptstadt Riad forderten etwa 40 Frauen vor dem Innenministerium die Freilassung von Gefangenen. Die Häftlinge würden ohne Gerichtsverfahren festgehalten, sagten Aktivisten. Den Frauen standen zahlreiche Polizisten gegenüber, die aber nicht eingriffen. Amnesty International und andere Menschenrechtsgruppen werfen Saudi Arabien seit langem vor, tausende Reform-Aktivisten unter dem Deckmantel einer Kampagne gegen die Extremisten der Al Kaida festzuhalten. Riad bestreitet dies. In Saudi Arabien ist öffentlicher Widerspruch verboten.

Ein weiteres Zeichen für erwachenden öffentlichen Widerstand gegen die Verhältnisse im Land ist auch eine aktuelle Internet-Kampagne. Eine Gruppe saudischer Web-Aktivisten fordert dabei politische Reformen im Land des weltgrößten Öl-Exporteurs. Die über Facebook am 29. Januar begonnene Aktion, der sich bislang 264 Personen angeschlossen haben, fordert eine konstitutionelle Monarchie, ein Ende der Korruption, gleichen Wohlstand für alle und ernsthafte Lösungen zum Abbau der Arbeitslosigkeit. "Wenn sie das Land noch länger regieren wollen, fordere ich die Regierung und den König zur Reform des Landes und zur Beachtung unseres Ansinnens auf - bevor es zu spät ist", schrieb etwa Safaa Jaber, in Mitglied der Gruppe.

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