Projekte der Unfallchirurgien: Schocktherapie soll junge Raser wachrütteln

24. Oktober 2013 - 12:01 Uhr

Jugendliche mit Amputationsfällen konfrontiert

Wochen auf der Intensivstation, Monate in der Reha und vielleicht sogar ein Leben lang im Rollstuhl - all das nur für den schnellen Geschwindigkeits-Kick? Weil man zum Bier nicht Nein sagen konnte oder Drogen die Sicht vernebeln? Im vergangenen Jahr sind mehr als 600 junge Erwachsene tödlich im Straßenverkehr verunglückt. Wer zwischen 18 und 24 ist, hat das höchste Unfallrisiko. Mit einem Schockprogramm wollen Ärzte junge Menschen nun wachrütteln - sie bringen sie mit Unfallopfern zusammen und zeigen ihnen, was nach einem Unfall im Krankenhaus auf sie zukommen könnte.

Schocktherapie für Raser
Bei dem Schockprogramm werden die Jugendlichen mit Unfallopfern konfrontiert.

Bei dem Programm springen Jugendliche zum Beispiel in die Rolle eines Unfallopfers. Dabei tragen sie ein Korsett, so dass sie sich nicht mehr bewegen können. Zudem werden ganze Schulklassen in Unfallchirurgien von Kliniken eingeladen, um mit Schwerverletzten konfrontiert zu werden. Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin stellt dazu das Projekt 'Party' zur Verfügung. Dabei sehen die jungen Menschen, welch schreckliches Schicksal sie ereilen könnte, wenn sie in das Auto eines Freundes einsteigen, der Alkohol getrunken hat. Auch Fälle mit Amputationen werden gezeigt.

Ähnliche Projekte wie diese gab es schon reichlich. Alle hatten das Ziel, junge Menschen dazu zu bringen, sich genau zu überlegen, ob sie nach Alkoholkonsum in das Auto einsteigen oder den 'Bleifuß' wirklich brauchen. Der Erfolg war bisher eher mäßig. Vielleicht hat diese Schocktherapie ja mehr Glück.