Profitgier: Giftmüll tötet laut UN 1.000.000 Menschen im Jahr

Ins Meer geleitete Abwässer sorgen für Todeszonen
Ins Meer geleitete Abwässer sorgen für Todeszonen

23. März 2013 - 12:01 Uhr

6 Milliarden Dollar kostet die Behandlung der Opfer pro Jahr alleine in Afrika

Das 'United Nations Environment Programme' (Unep) hat seinen neuen Bericht vorgestellt, die Ergebnisse sind schockierend. Weil die Umweltgesetze in den Industrienationen immer strenger werden, wandern Unternehmen gezielt in Entwicklungsländer aus. Dort gibt es entweder keine gleichwertigen Gesetze, oder sie werden nicht kontrolliert.

Die Leidtragenden dieser Praxis sind die Anwohner der Gebiete und die Arbeiter der Unternehmen. Bis zu 1.000.000 Menschen sterben jedes Jahr durch die Folgen von Giftmüll und Pestiziden. Und die Kosten für die Behandlung der Opfer erreichen alleine in Afrika bis zu 6 Milliarden Dollar pro Jahr. Mittlerweile gehören Vergiftungen durch Substanzen aus der Industrie und Landwirtschaft zu den fünf weltweit häufigsten Todesursachen.

'Unep' Direktor Achim Steiner kommentiert die Vorgänge: "Die Vorteile, die Chemikalien bringen können, dürfen nicht auf Kosten der menschlichen Gesundheit und der Umwelt gehen". Zwar hätten internationale Abkommen bereits zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit gefährlichen Substanzen geführt, aber die Fortschritte seien viel zu langsam. Und so lange die illegale Entsorgung von Giftmüll nicht unterbunden wird und es sichere Alternativen für besonders giftige Chemikalien gibt, so lange leiden die Ärmsten dieser Welt unter der Gier der Industrie und unserem Bedürfnis nach immer neueren, besseren und billigeren Produkten.

Immer mehr giftige Chemikalien werden produziert

Aber nicht nur die Menschen leiden, auch die Umwelt wird Stück für Stück zerstört. Abwässer von Dünger und Pestiziden sorgen für immer mehr sogenannte Todeszonen in Küstenregionen. Unter Todeszonen versteht man Wasserbereiche, in denen so wenig Sauerstoff ist, das dort nichts mehr leben kann. Weltweit gibt es 169 küstennahe Todeszonen. Und nur 13 davon sind auf einem Weg der Besserung. Insgesamt werden über 3000 Chemikalien als "sehr giftig" oder "giftig mit Langzeitschäden" für Wasserlebewesen eingeschätzt so der Unep-Bericht.

Und bis 2020 wird die Produktion dieser und noch weiterer zu einem großen Teil noch nicht auf ihre Gefährlichkeit überprüfte Chemikalien alleine in Afrika und im Mittleren Osten um bis zu 40 Prozent steigen. Dr. Maria Neira von der Weltgesundheitsorganisation sagt: "Effektive Langzeit-Verwaltung von Chemikalien und Abfällen bietet die Grundlage, für eine florierende grüne Wirtschaft um eine gesündere Umwelt sicherzustellen und eine gerechtere Verteilung von Entwicklungshilfe in der Gesellschaft."